Ortsvorsteher von Neuenbrunslar und Wolfershausen ziehen Konsequenzen

Felsberg: Magistrat kündigt Telefon-Anschlüsse der Ortsvorsteher

Jochen Hammerschick

Felsberg. Die Entscheidung des Felsberger Magistrates am 12. Dezember, aus Kostengründen die mal mehr mal weniger genutzten Telefone in Sporthallen und Dorfgemeinschaftshäusern zu kündigen, stößt auf Protest.

Die Ortsvorsteher von Neuenbrunslar, Hilmar Löber, und von Wolfershausen, Jochen Hammerschick, stellen daher ab sofort ihre regelmäßigen Sprechstunden in ihren Dorfgemeinschaftshäusern ein.

Wer gestern Jochen Hammerschick im Dorfgemeinschaftshaus Wolfershausen aufsuchen wollte, wurde per Aushang über die Entscheidung informiert. Ab Donnerstag ist auch Hilmar Löber im Karl-Angersbach-Haus nicht mehr anzutreffen.

Hilmar Löber

Löber sieht sich mit der Entscheidung, auf Festnetz-Telefone zu verzichten, in seiner Arbeit als Ortsvorsteher behindert. Konnte er früher sogar Anträge für Reisepässe und Ummeldungen entgegennehmen, so sei er jetzt offenbar nur noch dazu da, Mülltonnen auszugeben. Weder sei er während der Sprechstunde telefonisch erreichbar, noch könne er seine Telefonate erledigen, die mit dem Amt als Ortsvorsteher verbunden seien. Das werde er nun künftig von zuhause aus machen, sagt der SPD-Mann.

„Viele haben während der Sprechstunde angerufen, und ich habe selbst etliches telefonisch geklärt“, sagt Jochen Hammerschick. Felsberg müsse zwar sparen, aber 5000 Euro seien nicht so viel. „Bei anderen Dingen wird das Geld rausgeschmissen“, schimpft Hammerschick und verweist auf das Dreifache der veranschlagten Kosten beim Umbau des Kindergartens Neuenbrunslar.

Verärgert ist er auch darüber, wie er von der Kündigung der Telefonanschlüsse erfahren habe: Über die am Dienstag in der HNA veröffentlichte Meldung. Hammerschick: „Das kann man nicht mit Mandatsträgern machen.“

Im Herbst habe es seitens der Stadtverwaltung noch geheißen, in den Dorfgemeinschaftshäusern, in denen Ortsvorsteher Sprechstunden hielten – das ist noch in Niedervorschütz der Fall – blieben die Telefone erhalten. Das sei sein letzter Wissenstand gewesen, nachdem die Ortsvorsteher unter anderem wegen der Sprechstunden protestiert hatten, erklärt Hammerschick. Zum Beispiel müssten auch die Wahllokale bzw. die Wahlvorstände telefonisch erreichbar sein.

Auch wenn es eine Entscheidung des Magistrats war, in der die SPD die Mehrheit hat, so sieht Hammerschick in Bürgermeister Volker Steinmetz den Hauptverantwortlichen. „Er hat sicher zu stellen, dass die Kommunikation funktioniert.“

Niedervorschütz

Ein Befürworter der Telefon-Kündigung ist auch Michael Griesel nicht. Doch der Ortsvorsteher von Niedervorschütz will seine Sprechstunden weiter anbieten, zumal er freitags zwischen 17 und 18 Uhr auch gleich die Bücherei mitbetreut. Es sei nicht schön, aber er sehe keinen Grund, seine Sprechstunden deshalb einzustellen. Griesel: „Ich mache die Sprechstunde nicht für die Stadt oder die Verwaltung, sondern für die Bürger, damit die ihre Anliegen vorbringen können.“

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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