Keine Absicherung im Ernstfall

Kein Unfallschutz: Treysaer wurde überraschend Versicherung gekündigt

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Ärgert sich über die Kündigung seiner Unfallversicherung: Hans-Ulrich König aus Treysa fühlt sich von seiner Bank betrogen. 

Treysa. Im Ernstfall abgesichert sein – deshalb hat sich Hans-Ulrich König aus Treysa vor 13 Jahren für eine Unfallversicherung bei der VR-Bank Hessenland entschieden. Die Versicherung ist nun aber pfutsch.

Aktualisiert um 15.05 Uhr - Heute zeigt sich der 76-jährige pensionierte Studienrat hingegen verärgert. Denn überraschend kündigte ihm die Bank im Herbst vergangenen Jahres vorzeitig die Versicherung. In der Folge bemühte er sich um Alternativen – allerdings ergebnislos. Denn aufgrund seines Alters wurde er überall abgewiesen.

„In dem Vertrag war ganz klar vereinbart, dass die Versicherung mit Vollendung des 80. Lebensjahres ausläuft. Das ist nicht weniger als ein Vertragsbruch“, zeigt sich der 76-Jährige unverständlich. 2005 habe er den Vertrag bei seiner Hausbank über die R+V-Versicherung geschlossen. Er erhielt damals sogar Werbeschreiben, dass man doch bitte bedenke solle, dass man ohne Unfallversicherung im Ernstfall allein für die finanziellen Folgen einstehen muss. Vollinvalidität, Todesfall, Bergungskosten – in diesen Fällen sollte die Versicherung greifen. „Diesen Schutz habe ich nun nicht mehr, wenn morgen einer dieser Fälle eintritt. Das ist das Dilemma, in dem ich mich befinde.“

Mitgliederunfallversicherung aufgelöst

Im Oktober 2017 habe er eine kurze schriftliche Mitteilung der Bank erhalten. „Dort wurde mir mitgeteilt, dass die Mitgliederunfallversicherung aufgelöst werde. Begründet wurde der Schritt hingegen nicht“, erinnert sich König beim Blättern durch seine Unterlagen.

In einem nachgereichten Schreiben, das König anforderte, begründete die Bank den Schritt schließlich mit einem „nachlassenden Interesse der Kunden an diesem Unfallversicherungsangebot“. Da von den rund 40.000 Mitgliedern der VR-Bank Hessenland nur vier Prozent eine solche Unfallversicherung besäßen hätten, sei man seitens der Bank zu diesem Schritt gezwungen gewesen, hieß es dort weiter.

Dennoch würde man ihm gern eine individuelle Beratung anbieten. „Ich habe dann einen Termin beim Bankberater vereinbart. Der machte aber deutlich, dass ein neues Angebot nur für Bankmitglieder unter 75 Jahren unterbreitet werden könne, da Menschen ab diesem Alter grundsätzlich nicht mehr in Unfallversicherungen aufgenommen werden“, so König. Und genau das ist es, was er der Bank nun zum Vorwurf macht. „Hätte man mir wenigstens ein Jahr eher gekündigt, hätte ich noch die Chance gehabt, eine neue Unfallversicherung abzuschließen.“

Gerechterweise hätte die Bank seiner Meinung nach die Verträge jener Versicherungsnehmer, die bereits 75 Jahre alt sind, weiterlaufen lassen sollen. „Das wäre sozial verträglich und vor allem auch im Sinne des großen Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen gewesen“, sagt König. Überhaupt passe dies nicht ins Bild des einstigen Wegbereiters der genossenschaftlichen Bewegung.

Das sagt die VR-Bank Hessenland

Auf Nachfrage unserer Zeitung äußerte sich die VR-Bank wie folgt: 

„Es ist zutreffend, dass die Bank die Mitgliederunfallversicherung fristgerecht zum 31.12.2017 gekündigt hat. Das Interesse an diesem Angebot hat in den letzten Jahren spürbar abgenommen, weil die meisten Mitglieder individuellen Absicherungskonzepten gegenüber dieser einheitlichen Lösung den Vorzug geben. Die Gruppe der versicherten Mitglieder wurde dadurch immer kleiner, weshalb eine Fortführung des Gruppentarifs an Grenzen stieß. Den Mitgliedern wurde vorgeschlagen, Individuallösungen zu prüfen, was leider nach Vollendung des 75. Lebensjahres bei Versicherern üblicherweise nicht mehr möglich ist. Gerne treten wir mit Betroffenen in den Dialog und prüfen zusammen mit unserem Verbundpartner R+V Versicherung, wie eine alternative Lösung aussehen kann.“

Quelle: HNA

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