Bürgerinitiative wehrt sich gegen geplante Wasser-Abtretung an Sprudelfirma

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Regionales Unternehmen: Bis zu 50 000 Kubikmeter Wasser könnte die Caldener Sprudelfirma jährlich aus dem Breunaer Brunnen abzapfen. Die Bürgerinitiative wendet sich gegen das Vorhaben.

Breuna. Gegen die Planungen der Gemeinde Breuna, Trinkwasser aus dem Brunnen Rhöda 1 an die Wilhelmsthaler Mineralbrunnen GmbH mit Sitz in Calden abzutreten, wendet sich eine Bürgerinitiative (BI).

„Wasser betrifft alle Bürger, und somit können die Bürger über einen so tiefgreifenden Plan, den Wasserkauf, entscheiden“, teilt Otto Rumpf, Sprecher der BI gegen den Trinkwasserverkauf in Breuna, in einer Pressemitteilung mit.

Die Bürgerinitiative hat nun vor, eine Bürgerbefragung durchzusetzen. „Wir sind der Überzeugung, dass es richtiger wäre, das qualitativ gute Wasser aus dem Brunnen Rhöda 1 zum Nutzen aller Bürger zu verwenden und es in die bestehende Ringleitung der Großgemeinde einzuspeisen“, sagt der Sprecher. Damit kämen auch die Menschen in den Ortsteilen Wettesingen, Ober- und Niederlistigen sowie Rhöda in den Genuss der guten Wasserqualität.

BI-Sprecher Rumpf merkt zudem an, dass die Gemeinde seit ihrem Bestehen an Wassermangel leide. Gegenwärtig, nach der geordneten Erfassung der Wasserquelle am Bärenberg und der Tiefenbrunnen-Bohrung am Stromberg, der sogenannten Quelle Rhöda 1, stehe den Bürgern jedoch ausreichend Trinkwasser zur Verfügung. Dabei sei das Wasser von sehr guter Qualität.

Wie berichtet, hat die Gemeinde vor, jährlich bis zu 50 000 Kubikmeter Wasser aus Rhöda 1 an das Caldener Unternehmen abzutreten. Dafür würde sich die Sprudelfirma für die Sanierung des zweiten Brunnen verpflichten. Dieser ist defekt und liegt ebenfalls westlich des Breunaer Ortsteils Rhöda. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung haben entsprechende Untersuchungen bereits stattgefunden.

Ein Gutachten zur Machbarkeit liegt derzeit beim Regierungspräsidium in Kassel, teilte Hauptamtsleiter Walter Schmand auf Anfrage mit. In dem Gutachten wurde unter anderem geprüft, wie hoch der Investitionsbedarf für den defekten Brunnen ist. Zudem geht es um neue Leitungswege. Nun müsse die Gemeinde abwarten, wie das Regierugspräsidium das Gutachten bewerte. Daher werde derzeit vonseiten der Gemeinde noch nichts entscheiden.

Insgesamt können aus beiden Brunnen 200 000 Kubikmeter Wasser pro Jahr gefördert werden. Breuna benötigt nach eigenen Angaben jährlich 60 000 Kubikmeter. Zu einer Knappheit für die Breunaer Bevölkerung könne es aber zu keinem Zeitpunkt kommen, da die Trinkwasserversorgung stets Vorrang habe.

Quelle: HNA

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