Abfallkonzept

Abfallkonzept: Keine Alternativen zu den Gelben Säcken

Schwalm-Eder. Am Abfallkonzept im Schwalm-Eder-Kreis verändert sich bis 2020 nichts. Bis dahin wird der Restmüll wie gehabt im Kasseler Müllheizkraftwerk verbrannt, Verpackungen werden weiter in Gelben Säcken gesondert abgefahren und sortiert, sagt Vizelandrat Winfried Becker.

Damit kommt der Praxisversuch, den das Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie in den Landkreisen Werra-Meißner, Kassel und Göttingen kürzlich vorgenommen hat, für Schwalm-Eder vorerst nicht in Frage.

Bei diesem Versuch ging es um die Frage, wie groß eine Mülltonne sein muss, wenn sie Restmüll und Leichtverpackungen des Gelben Sacks zugleich aufnehmen soll. Das Resultat des Feldversuchs: Eine 120-Liter-Hausmülltonne würde einem Drei-Personen-Haushalt bei zweiwöchiger Abfuhr genügen, um alles zu schlucken, was an Restmüll und Verpackungen anfällt.

Für viele Menschen in den Testhaushalten habe sich der Versuch als Augenöffner dargestellt: Erst als ihnen nicht mehr unbegrenzt Gelbe Säcke zur Verfügung standen, hätten sie entdeckt, welche Masse an Verpackungen anfällt, hieß es in der Bilanz.

Dennoch wird sich im Schwalm-Eder-Kreis nichts daran ändern, dass sich alle vier Wochen die Gelben Säcke am Straßenrand stapeln. Zum einen laufen die Verträge mit dem Kasseler Müllheizkraftwerk, zum anderen ist die derzeitige Verpackungsverordnung Grundlage für das Duale System Deutschland (DSD), das die Einsammlung und Verwertung der Leichtverpackungen in den Gelben Säcken organisiert. Deren Menge ist groß: Um die 4750 Tonnen fallen jedes Jahr im Landkreis an, sagt Dr. Peter Zulauf, Geschäftsführer des Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) mit Sitz in Wabern.

Die getrennte Wertstoffverwertung hält Vizelandrat Becker auf die Dauer für inakzeptabel. Sein Ziel, ist es die Müllverwertung komplett in kommunale Hand zu geben.

Kompliziertes Müllsystem

Alle 27 Städte und Gemeinden des Schwalm-Eder-Kreises gehören dem Zweckverband Abfallwirtschaft (ZVA) an, der für das Abfahren des Mülls aus den Haushalten zuständig ist. Für dessen weitere Verwertung zeichnet die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) verantwortlich.

Der Verband betreut alle 49 Kommunen in den beiden Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder. ALF ist damit beim Thema Abfallwirtschaft Ansprechpartnerin von 440 000 Einwohnern zwischen Lohra im Südwesten und Guxhagen im Nordosten des Verbandsgebietes. Damit stelle er ein gelungenes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit dar, sagt Vizelandrat Becker.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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