Keine Angst vor Hörsälen

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Jetzt kommen sie: Die Schüler des Politik- und Wirtschaftsleistungskurses von Manfred Kieserling (vorn rechts) werden ab Oktober neben ihrem Schulunterricht ein Jahr lang die Universität besuchen.

Fritzlar/Homberg. Noch sitzen die Elftklässler in ihrem Hörsaal in der König-Heinrich-Schule, doch ab Oktober werden die Schüler, die noch zwei Schuljahre vor sich haben, zusätzlich Seminare und Vorlesungen an der Universität Kassel besuchen.

Gemeinsam mit Schülern der Homberger Theodor-Heuss-Schule heißt es dann an jedem dritten Freitagnachmittag: sechs Stunden lang studieren.

„Wir wollen den Schülern die Angst vor der Universität nehmen und hoffen, dass sich mehr Abiturienten entscheiden, ein Studium aufzunehmen“, sagt Dr. Manfred Kieserling (KHS), der mit seinem Homberger Kollegen Dr. Francois Beilecke das Pilotprojekt entwickelt hat.

Die Schüler werden Vorlesungen der Gesellschaftswissenschaften und insbesondere der Politikwissenschaften besuchen. In Arbeitsgruppen sollen sie dann Themen wissenschaftlich aufarbeiten.

So sollen die Schüler lernen, wie das System Universität funktioniert. „Unsere Absolventen haben oft keine Ahnung, was in der Uni auf sie zukommt“, sagt Kieserling. Nach seiner Erfahrung sind Uni-Neuankömmlinge schnell verunsichert. Er weiß, wovon er spricht, er war selber 20 Jahre als Dozent, unter anderem auch an der Kasseler Universität, tätig.

Leider sei die Zahl der Schüler erstmal auf 90 bis 100 begrenzt. Es hätten sich weit mehr beworben, sagt Kieserling. Aber aufgrund der hohen Kosten können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Interessierten teilnehmen. Für die Schüler des Powi-Leistungskurses (Politik und Wirtschaft) von Manfred Kieserling ist das Projekt verpflichtend.

Obwohl sie dadurch einen zusätzlichen Lernaufwand haben, freuen sich die meisten auf ihre ersten Uni-Erfahrungen. „Klar ist man aufgeregt“, sagt Michelle Wrecz. Die 17-Jährige aus Edertal möchte gern Politik oder Wirtschaft studieren. Jetzt bekomme sie schon mal einen guten Einblick, wie das Studium aussehen wird.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und richtet sich nur an die Zwölftklässler. „Spannend wird es, wenn im Schuljahr 2012/2013 die G8-Schüler hinzukommen“, sagt Kieserling. Dann zeige sich, ob es möglicherweise Unterschiede zu den G9ern gibt. (wag)

Quelle: HNA

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