Ro 80: Wankelmotor ist die Besonderheit des Autos, das vor 50 Jahren vorgestellt wurde

Keine Angst vor Technik

Elegant auch von hinten: Der signalrote Ro 80 von Scharninghausens wird in Kassel zu sehen sein.

Kassel/Deute. Er musste rot sein und ein Schiebedach haben: Das stand für Axel Scharninghausen fest, als er sich vor fünf Jahren auf die Suche nach einem besonderen Auto machte, dem NSU Ro 80. Im Jahr 2012 wurde er fündig. In Ulm fand er seinen Traumwagen, der seitdem gut behütet in seiner Garage in Gudensberg-Deute steht.

Ein Autoliebhaber sei er schon immer gewesen, erzählt der Elektroingenieur, der in Kassel mit anderen ein Ingenieurbüro betreibt. „Technik hat mich noch nie geängstigt“, betont er. Vielleicht hat ihn deshalb die Kreiskolbentechnik des Ro 80-Motors eher fasziniert als abgeschreckt.

Die Liebe zum Ro 80 mit dem Motor, der nach seinem Erfinder Felix Wankel auch „Wankelmotor“ genannt wird, keimte auf, als Scharninghausen vor über 30 Jahren von seinem Heimatort bei Walsrode bis nach Bremen zur Arbeit fahren musste. „Ich habe ein Auto gesucht, das möglichst bequem ist“, erinnert er sich. Und da sei der Ro 80 optimal mit seinem Motor, der durch die Drehbewegung sehr ruhig arbeite. Das übertrage sich auf den Wagen.

Als er zum Studium nach Kassel wechselte, habe er alles verkaufen müssen, auch das Auto – doch die Liebe blieb. „Es ist einfach ein schöner Wagen, ich habe viel Freude daran“, sagt er, und seine Frau Margarete nickt. Auch Aurinko, der lebhafte Entlebucher Sennenhund, mag es, in der roten Limousine durch Nordhessen zu fahren.

Wer alte Autos, also Oldtimer, wirklich mag, der ist gut beraten, selbst an ihnen arbeiten zu können. Axel Scharninghausen kann das, hat in seiner Doppelgarage zum Beispiel eine mobile Hebebühne, die für Reparaturen aller Art wichtig ist. Er bastle gerne an Autos, sagt er, besonders an eher exotischen Modellen, früher häufig etwa an einem Karmann Ghia oder Käfer. Kein Wunder also, dass zu seinem Fuhrpark auch ein 20 Jahre alter VW-Bus T4 California gehört.

Der Initiative Scharninghausens ist es zu verdanken, dass es seit dem Jahr 2016 einen Ro 80-Stammtisch Nordhessen gibt. Den Ro 80-Club habe es schon länger gegeben, aber solche regionalen Treffen nur in anderen Bundesländern, sagt der Elektroingenieur. Um auch rund um Kassel Gleichgesinnte zu versammeln, gründete er mit einem anderen Ro 80-Fahrer aus Gudensberg den Nordhessen-Stammtisch, der sich alle zwei Monate trifft. In der Pizzeria in Dissen. Und am Wochenende bei der 33. Technorama in Kassel. Am eigenen Stand.

Übrigens: Nicht mehr gebaut werden Autos mit Wankelmotor wegen zu schlechter Abgaswerte.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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