Atemschutzmasken schließen nicht

Keine Bärte für die Feuerwehr im Wolfhager Land

Er hat Glück: Der Schnäuzer von Dirk Mahlmann beeinträchtigt die Dichtlinie der Atemschutzmaske nicht. Er ist hauptamtlicher Atemschutzgerätewart. 

Wolfhagen. Der Vollbart ist wieder in – als so genannter Hipsterbart schätzen vor allem junge Männer den Bewuchs im Gesicht. Doch für Feuerwehrleute mit Atemschutzmaske ist diese Mode tabu, auch in Wolfhagen.

Lange verpönt, hat sich der Vollbart mittlerweile nicht mehr nur in den Szene-Metropolen zum absoluten Must-have für den modebewussten Herrn gemausert. Wer in sein will, lässt wachsen. Je wuscheliger, desto besser. Und das nicht nur zum Leidwesen vieler Frauen, die flammende Plädoyers gegen die kratzenden Hipster-Bärte durch die sozialen Netzwerke schicken. Eine Frau sieht gar unser aller Sicherheit bedroht. Tanja Dittmar, Chefin der Bad Hersfelder Feuerwehr, fordert ihre Kollegen zum Kahlschlag auf. Nicht etwa, weil ihr der Trend nicht gefallen würde, sondern "weil Atemschutzmasken keine Gesichtsbehaarung vertragen, sie sollen ja dicht anliegen", wie sie dem Nachrichtenportal Hessenschau.de sagte. "Wir waren vom Appell der Kollegin etwas überrascht, für uns gibt es das Problem nicht."

Sebastian Swoboda

Für den stellvertretenden Stadtbrandinspektor der Wolfhager Feuerwehr, Sebastian Swoboda, ein alter Hut und kein Grund zur Aufregung: "Wir waren vom Appell der Kollegin etwas überrascht, für uns gibt es das Problem nicht." Die Angelegenheit sei in der Dienstvorschrift FwDV 7 Atemschutz klar geregelt, in der es unter anderem heiße: "Einsatzkräfte mit Bart und Koteletten im Bereich der Dichtlinie von Atemanschlüssen sind für das Tragen von Atemschutzgeräten ungeeignet." Das sei nichts Neues und werde schon seit Jahren im Rahmen von Lehrgängen entsprechend geschult und kommuniziert. Von 120 Atemschutzgeräteträgern unter den Wolfhager Brandschützern, zähle er gerade einmal acht mit Bart, von denen ganze drei ungeeignet für den Atemschutz seien.

Bart ist nicht gleich Bart

Bart ist nämlich nicht gleich Bart. Wer sich beispielsweise für eine Kinnbehaarung oder einen klassischen Schnäuzer entscheidet, hat Glück gehabt. Es geht immer darum, dass die Dichtlinie der Maske nicht beeinträchtigt wird, die nämlich muss am Gesicht dicht abschließen können", erklärt Swoboda. Das sei enorm wichtig, andernfalls nämlich könnten Schadstoffe eindringen, da reiche schon ein Drei-Tage-Bart.

Auch Körperschmuck stört

Dennoch schließe ein Bart noch lange nicht die Mitarbeit in der Feuerwehr aus. "Mit Bart kann man ja dennoch eine Ölspur kehren oder sonstige Aufgaben übernehmen, nur der Einsatz mit Atemschutzgerät, der ist eben nicht möglich." Im Übrigen sind es nicht nur Bärte, die Atemschutzgeräten Schwierigkeiten bereiten. Die Dienstverordnung besagt außerdem: "Ebenso sind Einsatzkräfte für das Tragen von Atemschutzgeräten ungeeignet, bei denen aufgrund von Kopfform, tiefen Narben oder dergleichen kein ausreichender Maskendichtsitz erreicht werden kann oder wenn Körperschmuck den Dichtsitz, die sichere Funktion des Atemschlusses, gefährdet."

Mehr Informationen zur Freiwilligen Feuerwehr in Wolfhagen gibt es hier.

Quelle: HNA

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