Stadtverordnete verweigern vorerst Entscheidung zur 1,3 Mio. Euro teuren Sanierung

Keine Bewegung im Bad

Neukirchen. Der Weg für die dringend notwendige Sanierung des Neukirchener Bewegungsbades ist noch immer nicht frei. Die Stadtverordneten verweigerten sich geschlossen dem Beschlussvorschlag des Magistrates, das mit 400 000 Euro vom Land geförderte Projekt anzuschieben. Obwohl die Fraktionen ihren Willen zum Erhalt des Bades bekundeteten, scheint sich das 1,3 Millionen teure Vorhaben zu einer Hängepartie zu entwickeln.

„Wir schieben, schieben, schieben – keiner will eine Entscheidung treffen. Ich nehme mich da nicht aus“, sagte Bernd Grossmann (SPD). Angesichts der Haushaltslage – Stadt und Stadtwerke sind mit 13,3 Mio. Euro verschuldet – bezweifelt der Fraktionsvorsitzende, dass sich die Stadtverordneten letztendlich für eine Sanierung im bislang geplanten Umfang einigen werden. Er präferiert eine abgespeckte Lösung mit halbem Investitionsvolumen, bei der aber zunächst geklärt werden müsse, ob auch diese vom Land mitfinanziert werde.

Zusage seit einem Jahr

Seit einem Jahr liegt inzwischen die Zusage des Zuschusses aus Wiesbaden vor. Seitdem wurde in Neukirchen – auch in einem extra gegründeten Arbeitskreis – viel besprochen, Entscheidungen sind aber bislang nicht in Sicht. Dabei ist der Handlungsbedarf gegeben: Technik, Brandschutz, Heizung und Wasserversorgung des 26 Jahre alten Bades, das jährlich 10 000 Badegäste nutzen, bedürfen dringend einer Erneuerung. Den Großteil der Baukosten macht die Schwimmbadtechnik (420 000 Euro) sowie der Brandschutz und die Trinkwasserversorgung (204 000 Euro) aus. Bereiche, an denen sich schwer sparen lässt.

Stadtverordnetenvorsteher Helmut Reich (FDP) hat eine Erklärung dafür, warum die Angelegenheit ins Stocken geraten ist: „Im März ist Kommunalwahl, da traut sich vorher keine Fraktion, sich ehrlich zu dem Thema zu äußern.“ Wie auch Grossmann ist er sich sicher: „Wenn in den nächsten Jahren nichts am Bad gemacht wird, bleibt keine andere Wahl, als es zu schließen.“ Eine Entwicklung, auf die es keine der Fraktionen ankommen lassen will.

Während Reich und auch Roland Köllner (FWG) derzeit eher eine große Sanierungsvariante favorisieren, fordert Veronika Backes (CDU) zunächst „Transparenz bei den Kosten“. Erst danach gehe es um die Frage: Ja oder Nein.

Frühestens Ende 2011 rechnet Reich mit einem Beginn der Arbeiten. Baldige Klarheit sei auch deshalb nötig, weil die Förderzusage des Landes nicht für den Sankt-Nimmerleinstag gelte.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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