Keine Delle bei den Gästezahlen in Fritzlar

Großes Interesse an Fritzlar: Gesa Brede (Foto) von der Tourist-Info informierte beim Bürgerfest in Frankfurt anlässlich des Einheitstages über die Dom- und Kaiserstadt. Als einer von drei Preisträgern des Tourismuspreises Hessen war Fritzlar eingeladen, sich zu präsentieren – kostenlos. Foto: privat

Fritzlar. Es lohnt sich, bei einem Wettbewerb wie dem um den hessischen Tourismuspreis mitzumachen. Für Fritzlar, das den Preis im Bereich Barrierefreiheit gewann, zahlt er sich doppelt und dreifach aus. Da sind sich Christine Scholz vom Stadtmarketing und Manfred Ochs von der Stadtführergilde sicher.

„Wir hatten im September 3000 Gäste bei unseren Stadtführungen“, sagte Ochs im Gespräch mit der HNA. So viele gab es in einem Monat noch nie. Zum Vergleich: Als die Stadtführer begannen, hatten sie 1100 in einem Jahr.

Wer etwas erreichen will, muss allerdings am Ball bleiben. Deshalb nutzten die Fritzlar am vergangenen Wochenende die Chance, sich und ihre Stadt beim großen Bürgerfest zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung in Frankfurt zu präsentieren. „Das Interesse war groß“, sagte Gesa Brede, die an dem Stand arbeitete und Info-Material verteilte.

Im nächsten Jahr werden sie Fritzlar bei der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin vorstellen - auch dazu sei man eingeladen worden wegen des Preises, den Fritzlar errungen hatte.

„Wir waren in über 80 Publikationen vertreten“, betonte Ochs. Man sei bundes- und europaweit auf das Städtchen in Nordhessen aufmerksam geworden, durch Bildzeitung, ADAC-Mitgliederzeitschrift, Focus, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, dort sogar mit fast einer Seite.

Kostenpflichtige Werbung in dieser Größenordnung hätte sich Fritzlar nie leisten können, der Preis sei einfach Glückssache gewesen, sagt auch Stadtmarketing-Geschäftsführerin Christine Scholz.

Die Auswirkungen sind deutlich zu spüren: Die Stadtführergilde hat bereits jetzt über 40 Buchungen für die Stadtrundgänge im Jahr 2016. Die Nachfrage verzeichne keine Delle mehr im Jahresverlauf, sei gut übers gesamte Jahr. „Jeder Gast lässt etwa 30 Euro hier, das ist auch ein Wirtschaftsfaktor“, sagt Scholz. Inzwischen gibt es auch immer mehr Ganztagsangebote, inklusive Mittagessen und Kaffeetrinken.

Deutlich gestiegen sei die Nachfrage in Bezug auf Angebote für Menschen mit Handicap. Kein Wunder, Fritzlar hat den Preis schließlich für seine Bemühungen um barrierefreie Angebote erhalten.

„Da geht es nicht nur um abgesenkte Bordsteine“, sagt Manfred Ochs. Vielmehr müsse man ein Gesamtpaket entwickeln, vom Zimmer über die Gastronomie bis zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Die Frage: Was ist zu beachten für Menschen mit Einschränkungen? sollte man immer im Kopf haben.

Quelle: HNA

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