Keine Luftschlösser

Auch in den nächsten Jahren muss in Homberg gespart werden

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Homberg. Auf die Erleichterung folgt die Ernüchterung: Die Homberger Stadtverordneten haben mehrheitlich dem Haushaltsplan 2015 zugestimmt.

Allerdings wurde bei der Haushaltsberatung in der Stadtverordnetensitzung am Donnerstag in der Homberger Stadthalle deutlich, dass man auch in den nächsten Jahren den Gürtel noch enger schnallen muss, um die Vorgaben des kommunalen Schutzschirms zu erfüllen.

Als wohl schmerzhaftesten Einschnitt beschrieben die Fraktionen unisono die Erhöhung der Grundsteuer. Die Grenze des Machbaren sei erreicht, sagte Manfred Ripke (FDP). Homberg gehe es ähnlich wie Griechenland. Die FDP glaube nicht „so sehr daran“, dass es gelingen werde die Schutzschirmziele auch weiterhin einzuhalten. Jedenfalls nicht ohne weitere Einsparungen. Die Schwimmbäder könne man sich eigentlich nicht leisten.

Künftig müsse man verstärkt auf die interkommunale Zusammenarbeit setzen und aktive Dorfgemeinschaften unterstützen, sagt Karin Wilhelm (SPD).

„Wie Erziehung mit dem Rohrstock.“ 

„Bisher haben wir uns nicht an die eigene Nase gefasst“, betonte Joachim Pauli (CDU). Er machte strukturelle Probleme aus. So setze die CDU auf ein noch effektiveres Arbeiten der Verwaltung. Man müsse unkonventionelle Wege gehen, wie etwa bei der Handewerker-Kooperation (siehe weiterer Artikel) und dürfe keine Luftschlösser bauen.

Pauli regte an, die Jugendlichen aus den Stadtteilen, in denen es kein Jugendhaus gebe, besser an das Jugendzentrum im Davidsweg anzubinden.

Er lobte, dass man Lösungen gefunden habe, etwa für das Bewegungsbad in Hülsa und die Dorfgemeinschaftshäuser, ohne die Nutzungsmöglichkeiten zu sehr einzuschränken. Es müsse aber weitere Einschränkungen geben, machte auch Hilmar Höse (Grüne) deutlich. Man werde nicht umhin kommen, das Bewegungsbad in Hülsa, die Stadthalle und auch die Sportstätten erneut auf den Prüfstand zu stellen. Er bezeichnete den Schutzschirm als einen Knebelvertrag. „Das ist wie Erziehung mit dem Rohrstock.“

Die FWG gab ihre Zustimmung zum Haushalt nicht, er stelle eine unzumutbare Belastung für die Bürger dar. Achim Jäger kritisierte, dass die Schulden trotz der Schutzschirm-Millionen nicht nachhaltig gesunken seien.

Er forderte zudem eine dringende Reduzierung der Personalkosten und, dass sich die Stadt darum kümmern müsse, die Einnahmen aus dem Solarpark der Firma Tauber Solar zu erhalten. „Das steht uns zu, und dadurch wäre ein erhebliches Loch im Haushalt gestopft.“

Quelle: HNA

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