Ex-Häftling aus Ziegenhainer Gefängnis wegen Drogenhandel verurteilt

Marburg / Schwalmstadt. Wegen gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln ist ein 31-jähriger ehemaliger Häftling des Ziegenhainer Gefängnisses in einer Berufungsverhandlung vor dem Marburger Schöffengerichtes zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden.

Die Strafe setzte der Richter für vier Jahre zur Bewährung aus. Anfang März war der Mann vor dem Amtsgericht Treysa zu einer gleich langen Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt worden.

Im Ziegenhainer Gefängnis hatte der polnische Staatsbürger eine längere Gefängnisstrafe wegen schwerer Körperverletzung verbüßt und war Ende August vergangenen Jahres entlassen worden.

Der Mann, der derzeit als Produktionshelfer in Frankfurt arbeitet, hatte sich in zwei Fällen insgesamt 125 Gramm Cannabis von einer Bekannten in die Justizvollzugsanstalt schmuggeln lassen. Die Menge verkaufte er später an Mithäftlinge weiter.

Das Rauschgift hatte die Frau in ihrem Büstenhalter versteckt. Zur dritten Übergabe von 77 Gramm Cannabis kam es nicht mehr, weil die Frau von der Kriminalpolizei bei Ermittlungen in einer anderen Sache abgefangen worden.

Im Gegensatz zur Erstverhandlung in Schwalmstadt zeigte sich der Mann in der Berufungsverhandlung geständig. Er habe mit dem Handel in der JVA sein Einkommen aufbessern wollen, gab er zu. Obwohl der Produktionshelfer insgesamt viermal wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung vorbestraft ist, begründete das Gericht die Abänderung des Urteils mit einer günstigen Sozialprognose.

Sein Anwalt legte dem Richter einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit einer Frankfurter Firma vor. „Nur mit einer Bewährung bekommt er die Kurve“, sagte der Verteidiger. Außerdem lebe sein Mandant mittlerweile in gesicherten familiären Verhältnissen.

Seine Bewährungshelferin hatte von regelmäßigen und zuverlässigen Kontakten mit dem 31-jährigen berichtet. Darüber hinaus bereite sich der Mann derzeit in einer Abendschule auf seinen Hauptschulabschluss vor.

Zusätzlich zur Bewährungsstrafe muss der Mann 2000 Euro an die Eingliederungshilfe Marburg zahlen und sich einem Bewährungshelfer unterstellen.

Quelle: HNA

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