Keine Scheu vor Klassik

Schüler entwickeln Musik und proben mit dem Vogler-Quartett

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Musikalisch unterwegs: Schüler der Zierenberger Fritz-Hufschmidt-Schule probten im Rahmen der Kindermusiktage gemeinsam mit den Musikern des Vogler-Quartetts.

Zierenberg. Seit zehn Jahren gibt es die nordhessischen Kindermusiktage bereits. Mit dabei waren auch wieder die Zierenberger Schulen. Der Klang eines Streichquartetts von Joseph Haydn und das Erstaunen über die Musik von Béla Bartók: Es sind genau diese Begegnungen, die Jahr für Jahr das quicklebendige Thema der Kindermusiktage bilden.

Alles ist möglich, das beweist der veranstaltende Kasseler Konzertverein auch in diesem Jahr wieder mit einem Kooperationsprojekt der Zierenberger Schulen. Bereits zum zweiten Mal besuchte das Vogler-Quartett im Rahmen des Projektes die Warmestadt. Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule hatten sich im Vorfeld gemeinsam mit Lehrerin Ina Pavel-Kost und dem studierten Musiker Christian Hanf zusammengesetzt, um anhand von Klangexperimenten eine Themensammlung zu erstellen. Ihr Hauptthema: Waldbrand.

Musik mit Gegenständen

Seit den Herbstferien entstanden verschiedene Klangmotive, aus denen Hanf eines zur weiteren Bearbeitung herausgriff. „Es spiegelt das Flackern der Flammen wider und geht über in das Weglaufen der Tiere“, sagt Barbara Deinsberger vom Projektleitungsteam der Kindermusiktage. Gespielt von den Musikern des Vogler-Quartetts, verzahne es sich mit der Musik, die die Schüler der Fritz-Hufschmidt-Grundschule beisteuerten. Die greifen hierfür nicht nur auf klassische Instrumente zurück, sondern haben von zuhause Alltagsgegenstände mitgebracht, denen sie beeindruckende Klänge entlocken. Eierschneider, Plastikflaschen, Gläser - mit ihnen erzählen sie eine Geschichte vom zarten Aufflackern des Feuers bis hin zum Wegrennen der Tiere.

Spannende Momente

„Die Faszination bei den Kindern ist unglaublich“, sagt Deinsberger. „Scheu kennen sie nicht, sie haben die Arbeit mit dem Vogler-Quartett sichtlich genossen.“ Das sei auch der Hintergrund ihrer Arbeit, denn es gehe vor allem darum, dass die Kinder die spannenden Momente der Musik entdecken. „Wir wollen die Jungen und Mädchen nicht nur Musik hören lassen, sondern wir glauben, dass sie die Musik erst dann richtig verstehen, wenn sie sich aktiv damit auseinandersetzen, sie selber mit entwickeln und schließlich auch darbieten.“

Das taten die Zierenberger Nachwuchsmusiker beim Schüler-Konzert der Kindermusiktage in Kassel. Ein weiterer Auftritt fand am Institut für Musik der Universität Kassel statt.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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