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Keine Sorge vor der Pflicht: Asklepios Schwalm-Eder hofft auf vollständig geimpfte Belegschaft

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Von: Damai Dewert

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Optimistisch: Bei Asklepios ist die Impfquote der Belegschaft hoch. Im Bild erhält Dr. Claudia Bader von Intensivpflegekraft Bianca Wiederhold im Februar in Bad Wildungen eine Impfung. 
Optimistisch: Bei Asklepios ist die Impfquote der Belegschaft hoch. Im Bild erhält Dr. Claudia Bader von Intensivpflegekraft Bianca Wiederhold im Februar in Bad Wildungen eine Impfung.  © Asklepios/Nicola Michailidis

Die Impfquote bei den Asklepios-Kliniken im Landkreis ist bereits sehr gut. Das sagt Dr. Dagmar Federwisch. Die Geschäftsführerin der Krankenhäuser hofft sogar, dass alle 750 Mitarbeiter über einen vollständigen Impfschutz verfügen, wenn ab Mitte März die Impfpflicht an Krankenhäusern gilt.

Ziegenhain/Melsungen – Auch Klaus Bölling, Betriebsratsvorsitzender der Schwalm-Eder-Kliniken, teilt diesen Optimismus: „Wir haben nur sehr wenige ungeimpfte Mitarbeiter.“ Ihm lägen zwar keine genauen Zahlen vor, aber der Betriebsrat hoffe, mit den aktuellen Aufrufen auch die letzten Ungeimpften zu erreichen.

Der Betriebsrat gehe aktuell davon aus, dass die Impfpflicht genauso für Verwaltungsangestellte wie für das medizinische Personal gelte.

Wenige ungeimpft Mitarbeiter bei Asklepios

Wer ab Mitte März nicht über einen vollständigen Impfschutz verfüge, für den bestehe ein Beschäftigungsverbot, sagt Bölling. Diese Mitarbeiter würden ohne Bezüge freigestellt. Das könne niemand lange durchhalten, vor allem drohe dann in letzter Konsequenz die Kündigung, erklärt Bölling.

Vollständiger Impfschutz bedeute Stand jetzt zwei Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff von Moderna oder Biontech oder eine Impfung von Johnson & Johnson. Die rechtliche Situation im März sei offen. Die neue Virus-Variante Omikron stelle aktuell vieles auf den Kopf.

Medizinisches Pflegepersonal ist aktuell ohnehin knapp, Asklepios geht aber nicht davon aus, dass sich die Lage durch die Impfpflicht verschärfe. „Wir hoffen nicht, dass es zu Kündigungen kommen wird“, sagt Dagmar Federwisch. Erfreulicherweise hätten sich nach der Impfpflicht mehrere Mitarbeiter, die noch nicht geimpft waren, der Erstimpfung unterzogen, sagt Federwisch.

Impfpflicht sollte diskutiert werden

Generell sollte man, wenn eine Impfpflicht für Pflegepersonal diskutiert werde, auch über eine generelle Impfpflicht für die Bevölkerung nachdenken, sagt Carsten Hohmann, Leitender Oberarzt der Intensivstation. Es könnten zwar sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Personen das Virus übertragen – aber die Übertragung von geimpftem Personal auf beispielsweise Patienten sei deutlich unwahrscheinlicher.

Das Virus überdauere kürzer und entwickele auch keine so hohe Viruslast in einem geimpften Menschen, sagt Hohmann. Im Hinblick auf die Omikron-Variante könne man aktuell noch wenig sagen. Interessant werde, ob die Verläufe leichter oder schwerer würden. „Täglich erreichen uns Daten aus Großbritannien und anderen Ländern.“ In Großbritannien habe es leider bereits das erste Todesopfer gegeben.

Omikron-Variante: Personalsituation angespannt

Sicher sei, dass sich Omikron sehr schnell verbreite. Die Verdopplungsrate liege bei nur drei bis vier Tagen. Das seien äußerst unangenehme Fakten. Sollten viele Corona-Patienten aufgenommen werden müssen, könne das zu einem Versorgungsproblem führen. Insbesondere wenn sich Personal nicht impfen lassen möchte und aufgrund der Impfpflicht aus dem Pflegeberuf ausscheidet. „Die Personalsituation in der Pflege ist in Deutschland äußerst angespannt“, sagt Hohmann.

Impfdurchbrüche beim Personal seien selten. Die Krankheitsverläufe waren glücklicherweise äußerst leicht und kurz, sodass nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt die Pflegekräfte nach entsprechender Quarantäne wieder ihren Dienst aufnehmen konnten, sagt Hohmann. Ausfälle beim Personal würden – soweit möglich – durch das Team kompensiert, wobei in dieser Jahreszeit auch andere Infektionskrankheiten eine Rolle spielten, sagt Hohmann. (Damai D. Dewert)

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