Keine städtischen Baugebiete in Melsungen

Schwarzenberg und Röhrenfurth bekommen keine Bauplätze von der Stadt erschlossen

Der Bedarf ist da: Schwarzenbergs Ortsvorsteher zeigte im Juli 2014 eine Fläche, die als als Bauland erschlossen werden sollte. Der Bedarf sei groß im Stadtteil, sagte er damals. Archivfoto: Dewert

Melsungen. Es gibt keine neuen städtischen Baugebiete in der Kernstadt und den Stadtteilen Melsungens.

Einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion lehnte eine Mehrheit von SPD, FDP und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag ab. Die Diskussion verlief kontrovers.

Die Argumente: Die SPD-Fraktion befürchtet bei neuen Baugebieten mittelfristig Leerstände in den vorhanden Baugebieten. Damit einher gehen Infrastrukturprobleme. So würden Abwasserrohre nicht mehr ausreichend durchspült. Die jetzigen Eigentümer blieben auf den Immobilien sitzen, wenn sich keine Käufer fänden. Die FDP plädierte für privates Engagement. So sei es durchaus möglich, Grundstückseigentümer anzusprechen und privat zu investieren. In den kommenden Jahren kämen Investitionen von bis zu acht Millionen Euro auf die Stadt zu (Fulda-Ufer, Sanierung an der B 83 und weiteres), daher sei kein Geld für eine städtische Vorfinanzierung vorhanden. Private Investoren erschlössen bereits in Wohngebieten bebaute Grundstücke und bauten Mehrfamilienhäuser. Die Grünen befürchten eine weitere Flächenversiegelung und „Siedlungsmatsch“. Primär müsse es darum gehen, die Kernbereiche zu stärken.

Die CDU hielt dagegen: Bauwillige würden keine Häuser aus den 60er- und 70er-Jahren kaufen wollen. Die aufgerufenen Preise lägen zudem meist über Neubaukosten. Die Stadtentwicklung müsse die Stadt steuern, sie sei keine Privatsache. Das Programm „Jung kauft alt“ gehe an der Zielgruppe vorbei. Man wolle kleine Baugebiete mit überschaubaren Risiken. Das Interesse an Grundstücken in den Stadtteilen Röhrenfurth und Schwarzenberg sei groß. Auch die FWG vermute eine immense Nachfrage und befürchte, junge Familien wanderten in Nachbargemeinden ab. Gerade junge Familien benötigten günstiges Bauland.

Quelle: HNA

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