Casting für das Musical „Stalag IX A“: Zehn Bewerber zeigten ihr Können

Keine Tränen vor der Jury

Sören Flimm

Steinatal. Wo sonst Steinataler Schüler lernen, singen und tanzen stellten sich am Wochenende junge Gesangstalente dem Urteil einer dreiköpfigen Jury. Im Musiksaal der Melanchthon-Schule testeten Sören Flimm und Tobias Geißel die ersten Bewerber für das von ihnen produzierte Musical „Stalag IX A“.

Tränen flossen dabei nicht, auf markige Sprüche verzichteten Komponist Flimm und Autor Geißel. Frank Lang, der erfahrene Musical-Darsteller aus Stockhausen, nahm die Rolle des dritten Jurymitglieds ein. Und auch sonst hatte die Veranstaltung wenig mit Castings aus TV-Formaten wie DSDS oder Popstars zu tun.

„Ich bin absolut positiv überrascht, die Qualität war schon sehr gut“, freute sich Sören Flimm nach dem zehnten und letzten Bewerber. Jeweils eine Ballade und ein Uptempo (sehr schnell gesungen, Anmerkung der Redaktion) hatten die acht Frauen und zwei Männer bis dahin präsentiert und sich das Lob der Jury verdient. „Richtig gut haben sie das gemacht“, sagte Flimm, der die Idee vor einigen Monaten zusammen mit Geißel entwickelt hat.

Kennengelernt hatten sich die beiden Schwälmer über das gemeinsame Bandprojekt „Stay closer“. Was als kleines Gedankenspiel begann, hat sich zu einem arbeitsintensiven Projekt mitsamt eigener Homepage entwickelt. „Es ist zwar schön, Coversongs zu machen, aber ein eigenes Musical ist dann nochmal etwas ganz anderes“, findet Geißel. Vor allem für den 22-jährigen stellt das sensible Thema als Autor eine Herausforderung dar.

Der historische Hintergrund müsse natürlich auch bei einer fiktiven Geschichte stimmig sein, betont Karin Brandes (siehe Drei-Fragen, rechts). Daher steht die Leiterin der Gedenkstätte Trutzhain bei der Produktion mit Rat und Tat zur Seite.

Trotz anfänglicher Bedenken ist die Kunsthistorikerin mittlerweile angetan von dem Projekt. Erstens sei die Arbeit des Teams „sehr professionell“ und zweitens „eine Chance, auf Geschichte aufmerksam zu machen“.

Natürlich wird Brandes auch bei den geplanten Aufführungen im Februar oder März 2012 zum Kreis der Zuschauer zählen. Bis dahin erwartet Flimm, Geißel und Co. noch jede Menge Arbeit. In den nächsten Wochen sollen weitere Einzelcastings stattfinden, erst dann können die Bewerber auf acht Haupt- und zahlreiche Nebenrollen festgelegt werden, ehe im Spätsommer die Proben beginnen.

„Vom Typ her muss einfach alles passen, das ist für das Musical ganz entscheidend.“

Sören Flimm

Namen sollen noch nicht an die Öffentlichkeit kommen. „Vom Typ her muss dabei einfach alles passen, das ist für das Musical ganz entscheidend“, betont Flimm, der wie Frank Lang selbst eine Rolle in „Stalag IX A“ übernehmen wird. Fotos: Schneider DREI FRAGEN

Von Steffen Schneider

Quelle: HNA

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