Keine Zivis mehr: 90 Sozialdienste im Kreis betroffen

Manfred Lau

Schwalm-Eder. Das Ende des Zivildienstes führt zu Einschnitten bei den sozialen Einrichtungen im Schwalm-Eder-Kreis. Zwar bieten derzeit noch 90 Träger 150 Stellen für Wehrersatzdienstleistende an, aber zum 1. Juli soll die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt werden und damit auch der Zivildienst.

Zurzeit arbeiten im Schwalm-Eder-Kreis 89 junge Männer als Zivildienstleistende, teilt Antje Mäder mit, Sprecherin des Bundesamtes für Zivildienst mit Sitz in Köln, seit Oktober vergangenen Jahres jedoch nur noch für sechs Monate. Zwei junge Männer haben erst im Januar ihren Zivildienst im Landkreis begonnen.

„Aus dem Zivildienst haben wir immer spätere Nachwuchskräfte, beispielsweise für den Rettungsdienst, rekrutiert. Das fällt jetzt weg“, sagt Manfred Lau, Geschäftsführer des Kreisverbands Schwalm-Eder des Deutschen Roten Kreuzes mit Sitz in Schwalmstadt. Auch Dienstleistungen wie der Hausnotruf und das Essen auf Rädern könnten durch die Abschaffung des Wehrersatzdienstes teurer werden, befürchtet Lau.

Auch Judith Ballhausen, Dienststellenleiterin des Malteser Hilfsdienstes in Fritzlar, spricht von einem enormen Verlust. Allerdings sieht sie in der Stärkung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) durch die Bundesregierung und in dem neuen Bundesfreiwilligendienst auch eine Chance. Denn der nur sechsmonatige Zivildienst sei zu kurz gewesen.

Derselben Meinung ist man auch bei der Diakonie Fulda-Eder in Melsungen, die im Seniorenpflegebereich tätig ist. „Der Zivildienst ist durch die zeitliche Verkürzung für uns immer unattraktiver geworden“, sagt Geschäftsführer Stefan Ochs.

Quelle: HNA

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