Keiner eiert rum wie er: Der Osterhase im HNA-Exklusivinterview

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Seltener Gast: Der Osterhase (links) ließ sich lange bitten, dann gab er HNA-Redakteur Olaf Dellit in Fritzlar doch noch ein Interview.

Schwalm-Eder. Es ist in diesen Tagen fast unmöglich, ein Interview mit dem Osterhasen zu bekommen. Aus alter Verbundenheit kam der Hase dann doch in der Redaktion vorbei und sprach über Medien, Lenkzeiten und die Politik.

Herr Osterhase, wir sind sehr froh, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.

Osterhase: Wollte ich eigentlich gar nicht.

Warum denn nicht?

Osterhase: Ach, es gab da Beschwerden in den vergangenen Jahren, ich hätte mich zu sehr in den Vordergrund gedrängt und in der Zeitung irgendwelchen Blödsinn erzählt. „Hase, bleib’ bei deinen Eiern“, haben sie mir gesagt. Dabei habe ich viele Anfragen.

Ach ja?

Osterhase: Klar, jetzt wollen wieder alle mit mit sprechen. Anne Will zum Thema Dixon in Eiern, Plasberg über prekäre Arbeitsverhältnisse bei Legehennen. Und der Beckmann über meine schwere Kindheit. Dabei war die gar nicht besonders schwer...

Glauben Ihre Kritiker denn, dass Sie die Arbeit vernachlässigen?

Osterhase: Weiß ich nicht, Tatsache ist aber, dass ich noch selten so viel zu tun hatte wie in diesem Jahr. Die Menschen sind ja längst nicht mehr mit Eiern und Schokolade zufrieden. Es gibt schon richtige Wunschzettel. Als ob ich der Weihnachtsmann wäre.

Und die Wunschzettel haben es in sich?

Osterhase: Und wie. Manche haben sich an der Kommunalwahl ein Vorbild genommen und kumulieren fleißig Osterwünsche. Für so etwas haben wir gar nicht die Infrastruktur. Wir müssten ständig die Lenkzeiten überschreiten. Fragen Sie mal die Hasengewerkschaft, was die davon halten!

Es gibt also echte Herausforderungen für Sie?

Osterhase: Nehmen Sie Homberg. Die wollen ein Einkaufszentrum von mir haben, mitten in der Altstadt. Kaum zu glauben, oder?

Und, bekommen sie ein Einkaufszentrum?

Osterhase: Für Wunder bin ich nun wirklich nicht zuständig. Nein, ich bleibe bei Eiern und Schokolade. Das ist auch unser Kerngeschäft, sagt der Unternehmensberater.

Unternehmensberater?

Osterhase: Ja, wir müssen unsere Potenziale besser ausschöpfen. Anweisung von oben.

Und, bringt es etwas?

Osterhase: Die Jungs versuchen es mit Statistiken. Rein rechnerisch reicht uns ein Drittel der Vertragshühner, haben die herausgefunden. Allerdings ginge das nur, wenn die Hühner bis zum Osterfest alle Eier für das gesamte Jahr legen würden, um dann bis Weihnachten eine Legepause zu machen. Da lacht sich das Huhn tot, bei so einer Idee.

Klingt fast wie in der Politik.

Osterhase: Da wäre ich auch gut aufgehoben. Ich kann besser rumeiern als die meisten Berufspolitiker, wenn Sie mir die Bemerkung erlauben.

Außerdem habe ich eine hasenreine Abschlussarbeit an der Hasenschule geschrieben. Da stimmt jede Pfotennote.

Jede was?

Osterhase: Bei Ihnen heißt das natürlich Fußnote.

Im Schwalm-Eder-Kreis ist ja politisch auch einiges los, nicht wahr?

Osterhase: Allein diese Spitzelaffäre! Ich glaube, da gehören einige Ohren ganz schön lang gezogen. Und beim A49-Weiterbau bin ich auch noch unschlüssig, wer da wem ein faules Ei ins Nest gelegt hat.

Bald sollen ja chinesische Flugzeuge Kassel-Calden anfliegen. Können Sie das nicht für Ihre Zwecke nutzen?

Osterhase: Nee, geht gar nicht. Wir haben mal Eier per Flugzeug transportiert. Das Ergebnis: Rührei.

Sie bleiben also am Boden?

Osterhase: Ganz genau, aber seit neuestem fahre ich mit E10.

Da sind Sie aber der einzige, oder?

Osterhase: Da haben Sie vielleicht Recht, an der Zapfsäule muss ich nie warten. Dabei bin ich mir sicher: E 10 ist das Ei des Kolumbus.

Das Telefon des Osterhasen klingelt.

Osterhase: Ja, am Apparat. Nein, tut mir leid, keine Interviews mehr, Herr Jauch! (verschwindet wütend)

Quelle: HNA

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