Kirche und Koordinierungsstelle wollen Nachbarschaftshilfe in Jesberg organisieren

Nachbarschaftshilfe: Keiner soll alleine bleiben

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Unter vielen Dächern lebt nur noch ein einziger Mensch: Der neue Jesberger Nachbarschafts- und Besuchsdienst soll ab Frühjahr hilfebedürftigen Senioren bei ganz alltäglichen Arbeiten und Sorgen zur Seite stehen.

Jesberg. Es ist ein starkes Bündnis, das da gegründet wurde: Die evangelische Kirchengemeinde Jesberg und die neue Koordinierungsstelle für Senioren- und Generationenhilfen des Landkreises wollen Senioren im Alltag unterstützen.

Ab dem Frühjahr wollen engagierte Einwohner Besuchsdienste bei älteren Menschen in der Kellerwaldgemeinde übernehmen und Nachbarschaftshilfe leisten.

Michael Dieling

In der vorigen Woche haben sich unter der Leitung von Pfarrer Michael Dieling und Markus Kink von der Koordinierungsstelle zwölf Jesberger Einwohner zusammen gefunden, die das Projekt auf die Beine stellen. Dabei geht es um ganz praktische Dinge: Um Fahrdienste, ums Begleiten beim Spazierengehen, ums Gardinenwaschen, ums Schneeschippen. „Wir wollen damit dazu beitragen, dass mehr Menschen selbstbestimmt zu Hause älter werden können“, sagt Pfarrer Dieling. Die Zahl der älteren und oft auch hilfebedürftigen Menschen werde in den kommenden Jahren stark steigen, die Alterspyramide gar auf dem Kopf stehen. Immer mehr Senioren seien auf Unterstützung angewiesen. „Das ist eine Chance für die jüngeren und fitten Senioren, sich ehrenamtlich einzubringen“, sagt Dieling.

Dabei gehe es keinesfalls um einen Konkurrenzkampf mit bestehenden Pflege- oder Betreuungsdiensten, sondern a) um eine Ergänzung und b) um eine weitere Dimension der kirchlichen Arbeit. „Wir müssen uns für das wappnen, was da mit der demografischen Entwicklung kommt“, sagt Dieling.

Das sieht auch Markus Kink so, der zusammen mit Dieling an der Idee arbeitet. Die Jesberger Nachbarschaftshilfe ist das erste Projekt der neu geschaffenen Koordinationsstelle für Senioren-und Generationshilfen, in der Kink tätig ist. Er will nun mit der neuen zwölfköpfigen Arbeitsgruppe eine Organisationsform finden, eine Satzung erarbeiten und Angebote zu definieren. Wenn das alles erledigt ist, werden noch weitere tatkräftige Jesberger gesucht, die sich beteiligen wollen.

„Es wird heute nie mehr so nachbarschaftlich zugehen wie damals, als man nach dem Schlachten Wurstebrühe austrug“, sagt Dieling. „Aber vielleicht können wir doch einen kleinen Beitrag leisten, dass weniger ältere Menschen alleine sind.“

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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