Keiner will die Katzen des verstorbenen Bruders haben

Sie suchen dringend ein neues Heim:  Hauskater Susi (rechts) möchte mit ihren Katzenfreunden eine neue Bleibe beziehen. Fotos: nh

Fritzlar. Bis vor kurzem war die Welt der zehn Katzen noch in Ordnung. Bis zu dem Tag, als ihr Herrchen ins Krankenhaus kam und dort verstarb. Jetzt muss eine neue Bleibe für die Tiere gefunden werden.

Für drei Hauskatzen und sieben Streuner-Katzen, die im Schrebergarten an der Spielgasse in Fritzlar leben, heißt es nun ein neues Heim zu finden. Doch das gestaltet sich schwierig.

„Wir brauchen dringend Hilfe, so kann es nicht bleiben“, klagt Margarthe Lehmann, die Schwester des Verstorbenen. „Solange die Katzen nicht in guten Händen sind, geht es mir auch nicht gut.“

Sie wollte die drei Hauskatzen im Tierheim unterbringen, damit sie dort vermittelt werden. Das Tierheim kann jedoch nicht zehn Katzen auf einmal aufnehmen: „Uns sind die Hände gebunden“, sagt Katharina Kulle, Leiterin des Tierheims Beuern.

Margarethe Lehmann

Die Zahl der Tiere, die im Tierheim sein können, ist vom Veterinäramt begrenzt und wird regelmäßig kontrolliert. Zehn Katzen auf einen Schlag aufzunehmen, sei für kein Tierheim machbar. Kulle gab Lehmann einige Telefonnummern und Ansprechpartner anderer Tierschutzorganisationen.

So wandte sich Lehmann an die Guxhagener Katzenhilfe. Johanna Büchling sagte Hilfe zu und nahm die drei Hauskatzen auf. Aber auch für die sieben Katzen im Garten muss eine Lösung gefunden werden.

Tägliches Ritual

Jeden Morgen macht sich Margarethe Lehmann mit Katzenfutter, lauwarmen Wasser und Milch auf den Weg zu den Tieren in den Garten ihres Bruders, der hinter dem Altenheim in der Allee liegt. „Sie warten schon immer am Gartenzaun auf mich“, berichtet sie.

Im Gartenhäuschen verteilt sie dann das Futter auf fünf Schüsselchen, und redet den Katzen gut zu, wenn sie ihnen das Futter gibt.

Sie selbst habe schon zwei Katzen und könne keine mehr aufnehmen. Sie würde die Katzen im Garten auch gerne weiterfüttern, doch Ende März läuft der Pachtvertrag des Gartens aus. Deshalb möchte sie so schnell wie möglich ein neues Heim für die Katzen finden.

Nächste Woche komme der Pächter des Gartens - bis dahin möchte sie eine Lösung haben. Denn wenn der Garten neu vermietet wird, müssten die Katzen raus.

Die jungen Katzen, zwischen eineinhalb und drei Jahren, waren ihrem Bruder zugelaufen. „Mein Bruder konnte keine Tiere hungern sehen, deswegen hatte er sie aufgenommen und sie gefüttert“, erinnert sich Margarethe Lehmann.

Nun hofft sie darauf, dass sich Katzenfreunde melden, und die Katzen aufnehmen. „Die Katzen können ruhig einzeln vermittelt werden“, sagt sie. Nur die Hauskatzen möchte sie gerne zusammen wissen.

• Näheres: Guxhagener Katzenhilfe, Johanna Büchling, 05665/2994, www.guxhagener-katzenhilfe.de

Eine mögliche Lösung

Auf einem Bauernhof oder einem Reiterhof wären die Streunerkatzen am besten aufgehoben, rät Johanna Büchling, Vorsitzende der Guxhagener Katzenhilfe. Freilauf sei für die Tiere sehr wichtig. Falls keine neuen Herrchen für die Tiere gefunden werden, wäre es möglich, dass eine zuverlässige Person die Katzen vorübergehend füttere. Dazu müsste ein neuer Futterplatz auf dem Areal hinter dem Altenheim an der Allee eingerichtet werden. Die Katzenhilfe würde im Rahmen des Projektes „Aktion Kitty“ auch kostenlos das Futter für die Tiere stellen. (bas)

Quelle: HNA

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