26 Jugendliche in Ausbildung vermittelt – Ausbildungsrestaurant fehlt Nachwuchs

Keiner will in die Küche

Nicht zum Essen, sondern zur Vertragsübergabe im Ausbildungsrestaurant: (von links, hinten) Werner Lange, Patrick Urstadt, Sebastian Koch, (davor) Nadine Raschkewitz, Franziska Bohrs, Elke Junger, Lisa Pichler, Edeltrud Herzog, (vorne) Maria Erhardt, Jasmin Scheer, Laura Lerch und Gabriele Malczyk. Foto: Nickoll

Schwalm-Eder. Die Zukunft des Ausbildungsrestaurants der Starthilfe in der Homberger Untergasse ist unsicher. „Wenn wir nicht bald Umschüler oder Azubis finden, müssen wir es zumachen“, sagte Elke Junger, Geschäftsführerin des Ausbildungsverbundes Starthilfe.

Daran ändert auch nichts, dass jetzt neun der 26 neuen Auszubildenden der Starthilfe ihre Verträge überreicht bekamen. Denn keiner von ihnen geht im Ausbildungsrestaurant, einem Betrieb der Starthilfe, in die Lehre.

Es gibt zwar eine junge Frau, die als Köchin anfängt, allerdings wird sie in der Lehrküche von Eon in Borken ausgebildet und ist nur zur Aushilfe in Homberg. Dort arbeiten zurzeit eine Restaurantfachkraft im zweiten Lehrjahr und ein Koch, der montags bis mittwochs täglich zwei Gerichte zubereitet.

Die neuen Azubis beginnen eine Lehre als Einzelhandelskauffrau und -kaufmann, Bürokauffrau und Verkäuferin.

Eleonore Teppe, Berufsberaterin in Homberg, sagte, keiner wolle in die Gastronomie: „Wir können niemanden zu einem Beruf nötigen.“ Für das kommende Ausbildungsjahr sei sie etwas optimistischer. Junger sagte, dass das Restaurant noch bis dahin auf jeden Fall weitergeführt werde.

Mindestens sechs Ausbildungsplätze müssten besetzt werden. Man werde jetzt versuchen, die Lücke durch die Umschulung Arbeitsloser zwischen 25 und 35 Jahren zu schließen: „Das ist unsere einzige Chance.“ Die Finanzierung der benachteiligten Jugendlichen, die entweder schon Hartz-IV-Empfänger waren oder den Schulabschluss nicht geschafft haben, werde auch immer schwieriger: „In den Spitzenzeiten, 2006, haben wir 65 Plätze gefördert, dieses Geld haben wir aber heute nicht mehr“, erklärte Hans-Gerhard Gatzweiler, Geschäftsführer des Jobcenters Schwalm-Eder, das fünf der 26 Auszubildenden betreut.

Dass fünf Azubis im Rahmen der Starthilfe vom Land mit 250 000 gefördert würden, funktioniere nur, weil Land, Gemeinden und Jobcenter zusammen Geld investierten, sagte Gatzweiler. „In Zukunft wird es aber eng.“ Die Ausbildung der anderen 21 wird von der Agentur für Arbeit bezahlt.

Acht von elf Jugendlichen, die ihre Ausbildung dieses Jahr abgeschlossen haben, hätten sofort eine Stelle gefunden, sagte Junger. „Damit haben wir eine Vermittlungsquote von 73 Prozent.“

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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