Kellerwaldturm: Bau der Wetterstation am Wüstegarten ist noch nicht sicher

Vorschlag für einen Turm: So könnte ein möglicher neuer Turm im Kellerwald aussehen. Er würde in der Nähe des alten Konstruktes entstehen. Grafik: Deutscher Wetterdienst/nh

Jesberg. Vorschläge, wie ein Turm am Wüstegarten aussehen könnte, den der Deutsche Wetterdienst dort errichten möchte, gibt es bereits.

Eine Entscheidung allerdings noch nicht, ob die Pläne tatsächlich realisiert werden und ob eine Station zur Beobachtung des Wetters entsteht, die gleichzeitig als Aussichtspunkt dienen kann. Das sagte Reiner Paulus, Geschäftsführer des Naturparks Kellerwald-Edersee.

Im Moment prüft das Bundesumweltministerium, ob ein solcher Turm in die Landschaft passe. Bei dem Gebiet am Wüstegarten handele es sich um ein hochsensibles Naturschutzgebiet, sagte Paulus. Deshalb sei noch offen, wie es nun weiter gehe. Das Gebiet gehöre zum Naturschutzgroßprojekt, das noch bis 2015 gefördert wird. Eine Verlängerung bis 2018 ist beantragt (das gesamte Fördergebiet bekommt dafür insgesamt 6,2 Millionen Euro)

Das Geld müsse für den Naturschutz verwendet werden, um die Ursprünglichkeit des Gebietes über Jahrzehnte zu bewahren.Ob die sich nun mit einer Wetterstation vertragen würden, könne er nicht beurteilen. Eine Entscheidung müsse aber demnächst her, sagte Paulus.

Der Deutsche Wetterdienst in Flechtdorf sei in Zugzwang und brauche bis zum Herbst eine Entscheidung, weil der jetzige Standort in Flechtdorf aufgegeben werden solle.

Risse in Holzturm: Ständige Prüfung

Der Holz-Aussichtsturm am Wüstegarten, der seit längerem Risse in der Konstruktion des Leimholzes aufweist, werde ständig geprüft. Man müsse immer sicher gehen, ob der Aussichtsturm weiter bestiegen werden dürfe, sagte Paulus. Sanierung und Abriss oder Neubau eines Turms seien ständig in der Diskussion.

Dabei spielten die Kosten eine große Rolle. Obwohl die Gemeinde Jesberg offiziell der Eigentümer des Turms sei, müssten sich auch der Zweckverband Naturpark-Kellerwald und seine Mitglieder an den Kosten einer Sanierung oder eines Neubaus beteiligen.

Jesbergs Bürgermeister Günter Schlemmer sieht den Bau des Turms mit gemischten Gefühlen. Einerseits wäre ein Wetterturm für die Gemeinde aus Kostengründen von Vorteil, weil die Kosten übernommen würden. Für den Wetterdienst sei die Fläche dagegen interessant, weil auf dem Hohen Keller keine Windräder angebracht werden dürften. Weil in Flechtdorf ein Windpark geplant ist, soll die Station in dort geschlossen werden, eine Ausweichfläche dafür wird daher gesucht.

Andererseits sei das Gebiet ein Naturschutzgebiet von hohem Rang, was ja auch eine gute Voraussetzung für den Wandertourismus sei.

Das sagt der Wetterdienst dazu:

Daniel Schaupp , Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes, geht davon aus, dass ein Wetterturm auf dem Wüstegarten errichtet wird. „Ich denke, es wird funktionieren, vielleicht aber erst im nächsten Jahr“, sagte er. Er bestätigte die Prüfung durch das Bundesumweltministerium. Von dort gebe es aber noch keine Aussage. Das Hessische Umweltministerium habe sich dafür ausgesprochen, sagte Schaupp. Der Betonturm werde so gestaltet, dass er sich in die Landschaft einpasse. Er sei 45 bis 55 Meter hoch und mit einer Aussichtsplattform für Besucher ausgestattet. In der Kuppel befinde sich die Radarstation, die zur Wetterbeobachtung genutzt werde. Die Kosten für den Bau und Umzug werde die Firma Abowind übernehmen. Sie will auf dem momentanen Standort der Wetterstation in Flechtdorf einen Windpark errichten. Der Platz im Kellerwald sei für einen neuen Wetterturm sehr geeignet, da dort wegen des Naturschutzes keine Windkraftanlagen gebaut werden dürften. Im Umkreis von fünf Kilometern dürften keine Windräder stehen, um die Radarstrahlen nicht zu stören.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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