Kochkurs für sieben- bis 16-jährige Jungs in der Christine-Brückner-Schule

Mit Eifer bei der Sache: Die Nachwuchsköche in der Lehrküche der CBS, vorne links Helfer Gian-Luca Tari sowie hinten Chris Böhm und Klaus Ferrari. Fotos: Uminski

Sand. Das Fett in der Pfanne knistert. In der Luft liegt ein Geruch von Zimt, Bratfett und Zwiebeln. Elf Jungs im Alter zwischen sieben und 16 Jahren wuseln in der Großküche der Christine-Brückner-Schule. Einer von ihnen ist der zehnjährige Maximilian.

Seine Kartoffelpuffer in der Pfanne lässt er nicht aus den Augen. Behutsam und liebevoll wendet er einen Teigfladen nach dem anderen. Dieses Mal ist nichts angebrannt. Es gibt Kartoffelpuffer mit Apfelkompott – selbstgemacht natürlich. Ein Kochkurs nur für Jungs: Diese Idee wurde von Jugendpfleger Klaus Ferrari und Schulsozialarbeiterin Chris Böhm ins Leben gerufen.

„Viele Jungs gehen davon aus, dass sie von der Mutter, und später von der Frau, gut versorgt werden“, sagt Ferrari. Davon könne man aber nicht immer ausgehen. „Hier sollen die Jungs Erfahrungen sammeln und lernen, sich selbst etwas Leckeres zu kochen.“ Außerdem sei das gemeinsame Kochen ein Gruppenerlebnis und nette Alternative zum Sitzen vor dem PC.

Während es noch heftig brutzelt und spritzt, machen sich die elfjährigen Jonathan und Leon und der zehnjährige Jonathan daran, den Tisch zu decken und mit Kerzen und Servietten zu dekorieren. Heftig diskutieren sie darüber, in welcher Farb-Reihenfolge die Teller aufgestellt werden.

„Es ist schön, wenn die Kinder hier aufblühen und so viel Spaß haben“, beobachtet Schulsozialarbeiterin Chris Böhm. Am Ende ist alles farblich aufeinander abgestimmt. Eine herbstliche Deko aus Teelichtern, Servietten und Klatschmohn liegt in der Tischmitte.

Doch an Essen ist noch gar nicht zu denken. Denn neben den Kartoffelpuffern wird auch noch Apfelkompott zubereitet. „Du musst das Schwarze mit dem Kochlöffel zerkleinern“, mahnt der zehnjährige Jonathan den sieben-jährigen Nico. Dieser verrührt fleißig und unentwegt die Vanille zwischen den Apfelstücken. Es duftet nach der Frucht und Zimt. Im Topf entsteht allmählich eine gelbliche Masse. Nico blickt in den Topf und rührt weiter.

Endspurt: Während der 16-jähige Gian-Luca Tari und der 14-jährige Nicolas Schanze miteinander konkurrieren, wer die meisten Teigfladen auf seiner Pfanne unterbringen kann, steht der zehnjährige Maximilian noch immer geduldig vor seinen Kartoffelpuffern. Wendet und wartet.

Auf dem Teller neben seinem Herd türmt sich mittlerweile ein Berg fertiger Kartoffelpuffer. Einige von ihnen haben wohl nicht genug Aufmerksamkeit von Maximilian bekommen. „Kochen kann man später immer gebrauchen.“, sagt Maximilian. Der Zehnjährige möchte später Sportlehrer oder Wissenschaftler werden. Maximilian reguliert die Temperatur der Kochplatte herunter.

Nachdem die letzten Kartoffelpuffer fertig sind, können die Jungs ihr Werk endlich auch genießen.

Quelle: HNA

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