SV Antrefftal: Merzhäuser und Willingshäuser Sportler blicken auf 100 Jahre zurück

Kicker kamen oben ohne

Sportplatzeinweihung 1949 in Willingshausen: Es spielten Karl Klipp, Johannes Haber, Kurt Wende, Georg Köller, Karl Stamm, Karl Heinz Wüst, Heinrich Hahn, Gustav Krohn, Konrad Schenk, Konrad und Weber, Schiedsrichter war Jakob Schmidt, gegen die Prominenten-Elf Dr.Georg Thamer, Lehrer Walter Scherwinsky, Johannes Wüst, Konrad Euler, Polizeimeister H.Fenner, Rentmeister H.Thiel, Revierförster R.Wiefel, Fritz Goldschmidt und Bürgermeister Johann Georg Knauf (von links). Nicht auf dem Foto sind Walter Schubert und Baron Karl August von Schwertzell. Foto: Privat/nh

Willingshausen/Merzhausen. Turnen hat in Merzhausen und Willingshausen eine lange Tradition: Der Zuspruch war so rege, dass es ab 1911 in beiden Orten gleich zwei Vereine gab, in denen die Schwälmer den Übungen frönten. 1920 gesellte sich noch der Spielverein Germania hinzu.

Aus dem Trio schlossen sich zunächst die beiden Merzhäuser Vereine zusammen, 1971 wurde schließlich aus dem TSV Merzhausen und dem TSV Willingshausen der SV Antrefftal. Am Wochenende blickt der Verein auf 100 Jahre Geschichte zurück.

Dabei wird bestimmt auch häufiger die Frage nach der Namensgebung gestellt. Aber das kennen die 400 Sportler aus der Schwalm schon: Der Name leitet sich nämlich von der damaligen politischen Gemeinde Antrefftal ab. Heute ist die Gemeinde eigenständig, die Mitglieder stammen aus beiden Orten.

„Naja, gefrotzelt wird manchmal immer noch“, sagt der Vorsitzende Marco Luckhardt. Aber sein Kollege Dirk Merle, ebenfalls Vorsitzender und Mitglied im siebenköpfigen Verwaltungsrat, ist sich sicher: „Wir sind zusammen gewachsen.“

Dabei war das nicht immer so: Anfang der 70er-Jahre achtete man noch peinlich genau darauf, dass abwechselnd auf dem Sportplatz in Merzhausen und Willingshausen gespielt wurde. Heute wird auf dem Willingshäuser Platz trainiert, in Merzhausen finden die Punktspiele statt. „Der Platz liegt in der Ortsmitte einfach zentraler“, erklärt Luckhardt.

Arzt, Baron, Dorfpolizist

Das große Aushängeschild des Vereins ist der Fußball. Das hängt vielleicht auch mit dem Ehrgeiz der Spieler zusammen, die bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebes 1949 wirklich alles gaben. Arzt, Baron und Dorfpolizist kickten gegen eine Schwälmer Auswahl. Weil die Spieler keine einheitlichen Leibchen besaßen, liefen sie mit freiem Oberkörper auf dem Spielfeld ein.

Auf seinen Lorbeeren ausruhen will sich der SV Antrefftal auch in Zukunft nicht: „Wir wollen uns breiter aufstellen“, sagt Luckhardt. Das zeige sich schon in der neuen Struktur. Nicht einer, sondern drei Vorsitzende kümmern sich um die Geschicke des Vereins.

Geplant sind ein Lauftreff, eine Radsportgruppe sowie Kindergymnastik. „Aber gerade im Gymnastikbereich ist es schwierig, Übungsleiter zu finden“, bedauern die Vorsitzenden. Auch eine Walking-Gruppe sei angedacht. „Hierfür würden wir einem zukünftigen Leiter sogar den Trainerschein zahlen“, erklärt Luckhardt. Doch bevor die Sportler in die Zukunft schauen, blicken sie gemeinsam zurück: Eine Sportwoche krönt das Jubiläum. Auf eine Chronik verzichtet der Verwaltungsrat ganz bewusst, der Druck wäre zu teuer gewesen. Stattdessen hat der Verein eine neue Internetseite angelegt. Auf der sollen bald schon jede Menge historische Fotos zu sehen sein, die Marco Luckhardt derzeit sichtet und in Galerien zusammen fügt. Doch zunächst einmal freuen sich die Sportler auf ihre Gäste, die sie auf dem Sportplatz in Merzhausen begrüßen wollen. FESTWOCHE

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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