Prozess: Vorbestrafter 20-Jähriger räumte Erwerb von Cannabis ein

Schwalmstadt. Weil er gegen das Betäubungsmittelgesetz und seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte, musste sich gestern ein 20-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Ihm wurde zur Last gelegt, von Juni bis August 2011 in elf Fällen Cannabis von mindestens drei verschiedenen Dealern im Asylbewerberheim am Harthberg in Treysa erworben zu haben. Dabei habe er gemeinschaftlich mit zwei Zeugen gehandelt und Cannabis für fünf und sechs Euro das Gramm gekauft.

Das Gericht verurteilte den 20-Jährigen zu einer Geldstrafe von 510 Euro. Zudem trägt er die Kosten der Verhandlung.

„So wie es dargestellt wurde, ist es gewesen“, räumte der Angeklagte den Vorwurf zu Beginn der Verhandlung ein. Er und die beiden Zeugen haben zusammengelegt und die Drogen gemeinsam besorgt.

Die Unstetigkeit im Leben des 20-Jährigen käme vom Kiffen, sagte der Richter. Alle bisherigen Drogentests des Angeklagten seien positiv gewesen.

Auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei wohl mit einem positiven Drogentest zu rechnen, erklärte der 20-Jährige. Er gab zu, vor einigen Tagen auf einer Feier unter Alkoholeinfluss Drogen konsumiert zu haben.

„Das ist eine schlechte Angewohnheit von mir“, äußerte er sich über seinen Cannabiskonsum. Er brauche das Kiffen nicht wirklich. Was er brauche sei etwas, das ihn stattdessen ausfülle, wie zum Beispiel Sport. Auch erhoffe er sich durch die Aussicht auf ein Arbeitsverhältnis eine Besserung seiner Lebensumstände.

Sie sehe den Angeklagten nicht als Bewährungsverweigerer, erklärte dessen Bewährungshelferin vor Gericht. Das Kiffen gehöre zu seinem Leben. Sie schlage daher eine ambulante Therapie vor.

„Er hat eine Chance, die wollen wir ihm lassen. Ich bin skeptisch, ich sag’s ganz offen“, sagte der Richter. „Sie müssen aufhören zu kiffen, ganz einfach“, erklärte er. Es sei jedoch nicht Aufgabe der Justiz zu therapieren.

Verstoß gegen Bewährung

Mit dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz hatte der Angeklagte gegen die Auflagen einer zweijährigen Bewährungsstrafe verstoßen, zu der er wegen eines gemeinschaftlich begangenen Diebstahls verurteilt worden war. Das Gericht verlängerte die Bewährungszeit um ein Jahr. Aufgrund des Geständnisses wurde auf die Vernehmung der beiden Zeugen verzichtet.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare