80er-Jahre-Ikone kommt in die Region

Popstar Kim Wilde in Treysa: „Außerirdische werden uns retten“

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Fühlt sich gesegnet: Kim Wilde, Popstar der 80er, steht auch mit 57 Jahren noch auf der Bühne.

Schwalmstadt. Mit ihrem Album "Here Come The Aliens" gibt Kim Wilde am 11. Oktober ein Konzert in Treysa. Uns hat die 80er-Jahre-Ikone erklärt, wieso sie auf Außerirdische hofft.

Kim Wilde, der Popstar, Idol der 80er. Ihr Hit „Kids in America“ machte sie berühmt, kürzlich veröffentlichte die 57-jährige ihr neues Studioalbum. Auf ihrer Europa-Tour wird die Britin auch in Treysa singen. Wir haben mit ihr gesprochen – über Pop-Musik, Rock'n'Roll im Alter und Außerirdische.

Frau Wilde, Sie sind mit den Liedern von David Bowie und Michael Jackson aufgewachsen. Sehen Sie Unterschiede zwischen der Pop-Musik von damals und dem, was wir heute im Radio hören?

Kim Wilde: Natürlich! Das Großartige am Pop ist, dass er sich ständig verändert. Das macht ihn so unwiderstehlich. Ähnlich wie bei Mode. Pop muss sich ändern, um frisch zu bleiben. Oft interpretieren wir auch das Vergangene, um das Alte neu zu erfinden. So entsteht eine gewisse Vertrautheit mit Tönen, Melodien und Texten. Wir erfinden die Vergangenheit noch einmal neu. Und so bleibt sie am Leben.

Vermissen Sie die Vergangenheit, die 80er-Jahre?

Wilde: Nein, dass auf keinen Fall (lacht). Ich ziehe es sogar vor, älter zu werden. Ich habe heute mehr Spaß als Künstlerin, als Texterin und auch als Sängerin, als es in den 80ern der Fall war. Damals ging es vor allem um Videos, ums Fernsehen. Vieles war Millionen Kilometer entfernt von der Musik. Mir geht es vor allem darum, live aufzutreten.

Was sind denn die großen Unterschiede zwischen Ihren Anfängen mit „Kids in America“, Ihrem ersten Album „Kim Wilde“ und der Musik, die Sie heute machen?

Wilde: Der Hauptunterschied ist, dass ich heute mit einer Band zusammenarbeite, die auch auf dem Album zu hören ist. Teilweise haben die anderen auch an den Texten mitgeschrieben. Wir verbringen schon viele Jahre miteinander. Bei unserer Musik geht es nicht mehr nur um Kim Wilde, sondern auch um die Band. Auch mein Bruder ist ein Teil davon. Für mich ist das alles heute eine gemeinschaftliche Erfahrung.

Ihr neues Album heißt „Here Come the Aliens“. Werden Sie dieser Tage oft nach Aliens, nach Außerirdischen gefragt?

Wilde: Ja, tatsächlich. Ich habe vor einer Weile etwas Unglaubliches am Himmel gesehen, über unserem Garten – so wie auch viele andere Menschen aus unserer Gegend. Das hat mich wirklich inspiriert, auf positive Weise. Und es war auch Inspiration für das Album, besonders für die Lieder „1969“ und „Rosetta“. Ich habe über die Bedeutung des Lebens nachgedacht, über die Bedeutung des Universums. Mittlerweile schaue ich oft nach oben, halte meine Augen offen – für den Fall, dass noch einmal etwas geschieht dort oben.

Was haben Sie dort oben denn gesehen?

Wilde: Es waren extrem helle Lichter, weit oben am Himmel. Schwer einzuschätzen, wie groß sie waren. Sie müssen riesig gewesen sein, größer als ein Wohnhaus. Erst hingen sie dort in der Luft, bewegten sich aber dann, unglaublich schnell und sprunghaft. Das ging ungefähr für zehn Minuten so. Es war ein kleines Licht, das einem größeren folgte. Und dann verschwanden sie. Das war schon erstaunlich.

Sollte es sie also geben, was glauben Sie, denken die Außerirdischen über uns?

Wilde: Davon erzähle ich in meinem Song „1969“. Ich erzähle davon, wie sie herunterkommen, wegen all des Chaos, das wir auf unserem Planeten angerichtet haben. Ich denke schon, dass sie das verurteilen. Auch glaube ich aber, dass sie wollen, dass wir trotzdem überleben und das Richtige für unseren Planeten tun. Ich bin Optimistin und glaube daran, dass sie uns helfen, uns selbst und unseren Planeten für die Generationen nach uns zu retten. Auch wenn wir nicht nur unserem Planeten, sondern auch uns untereinander Schreckliches antun, glaube ich weiterhin an die Menschheit.

Wir sprechen also von friedlichen Außerirdischen.

Wilde: Ja, wobei es sicherlich auch böse gibt (lacht). Ich meine aber, dass sich etwas grundsätzlich Böses nicht so weit entwickeln würde. Weil es schlechte Energien hat und selbstzerstörerisch ist. Nur das Gute entwickelt sich weiter. Also sollten sie ein friedlicher Haufen sein. Leider weiß ich es nicht sicher, weil sie nicht mit mir gesprochen haben (lacht).

Auf ihrer Tour werden Sie in München, Köln und Hamburg singen. Sie kennen all die großen Bühnen Europas. Fühlen Sie sich manchmal wie eine Außerirdische, auf so einer kleinen Bühne wie in Schwalmstadt?

Wilde: Nein, das spielt keine Rolle für mich. Es ist mir egal, ob es 500 oder 50 000 Zuhörer sind. Ich bin schon vor allen möglichen Publikumsgrößen aufgetreten, ich bin das gewohnt. Für mich ist jede Show sehr, sehr wichtig – ganz egal, wie viele Menschen vor der Bühne stehen.

Gibt es denn Unterschiede zwischen einem großen und einem kleinen Publikum?

Wilde: Da gibt es riesige Unterschiede. Die Reaktionen unterscheiden sich. Wenn es zum Beispiel Bands in der Stadt gibt, gehen die Leute entspannter mit meiner Musik um.

Entsteht dann eine andere Beziehung zwischen Ihnen und den Menschen?

Wilde: Ich bin über viele Jahre durch ganz Europa getourt. Die Leute, die kommen, haben sich dazu entschlossen, mich zu sehen. Wir sind quasi miteinander aufgewachsen. Da gibt es also eine Verbindung.

Eine persönliche Frage: Ich selbst bin 28 Jahre alt und nicht mit ihrer Musik aufgewachsen. Ich kenne Sie und Ihre Lieder nur aus dem Internet. Wie kann sich jemand wie ich eine Kim Wilde-Show in Schwalmstadt vorstellen?

Wilde: Es ist Rock'n'Roll, es ist sehr laut, mit viel Energie. Es geht wirklich ziemlich ab. Viele mag das überraschen, weil sie wissen, wie alt ich bin. Sie denken, dass man mit dem Alter ruhiger wird. Wir werden diese Leute überraschen.

Das heißt, es steckt auch 2018 noch Rock‘n’Roll in Kim Wilde?

Wilde: Absolut, mehr als je zuvor. Ich glaube, du realisierst im Alter, dass du es jetzt tun musst. Du wirst nicht für immer auf der Bühne stehen, musst jetzt alles geben. Das Leben ist nicht unendlich und nicht jeder hat die Chance, das zu tun, was ich tue. Also geben wir 100 Prozent Leidenschaft – und das verbindet uns mit allen Menschen, auch mit jungen Menschen wie Ihnen.

Je älter Sie werden, desto mehr genießen Sie also die Zeit auf der Bühne.

Wilde: Wir wissen all das viel mehr zu schätzen heute. Die kleinen Dinge, aber vor allem Rock'n'Roll. Für mich ist die Bühne ein heiliger Boden. Nichts ist in diesem Moment wichtiger – da zählt jede Sekunde. Ich weiß, wie gesegnet ich bin, dort oben stehen zu dürfen.

Kim Wilde (57) kam als Kim Smith zur Welt, im Londoner Stadtteil Chiswick. Ihre Eltern: der Rock ‘n’ Roll-Sänger Marty Wilde (bürgerlich: Reginald Smith) und Joyce Baker, ebenfalls Sängerin und Teil von The Vernon Girls. Mit 20 Jahren entschied sich Wilde dafür, ihr Kunst-Studium abzubrechen – und wurde mit ihren Hits „Kids in America“ und „You Keep Me Hangin’ On“ zu einem Star der 80er-Jahre. 2018 erschien ihr neues Album „Here Come the Aliens“, im Oktober besucht die Britin Deutschland. Wilde ist mit dem Schauspieler Hal Fowler verheiratet, das Paar hat zwei Kinder.

Kim Wilde in der Treysaer Festhalle 

Auf ihrer Europa-Tour macht Kim Wilde Station in Treysa: am Donnerstag, 11. Oktober, in der Festhalle. Das Konzert ist Teil der Reihe „Die Schwalm rockt“. Tickets gibt es im Internet, etwa bei eventim.de. Auch kann man direkt beim Veranstalter bestellen: Tel. 0 66 91/92 73 73 9, oder Mail info@tolacom.de. 

Karten sind zudem bei Geschäftsstellen der Sparkasse im Kreis erhältlich, etwa in Ziegenhain, Fritzlar, Homberg und Melsungen. Die Preise variieren zwischen 44,90 und 59,90 Euro.

Quelle: HNA

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