Dreitägiges Projekt an der Steinwaldschule mit der Uni Marburg endet heute

Kinder in einer neuen Welt

T-Shirts als Erkennungszeichen: Ellen Duong, Daniel Roppel und Nurja Bingel (von links) haben sich gestern auf ihrem Planeten eingerichtet und tragen als Bewohner selbst bemalte Kleidung. Fotos: Rose

Neukirchen. Ein Projekt mit offenem und sicher überraschendem Ausgang läuft seit Dienstag an der Steinwaldschule in Neukirchen: 150 Siebtklässler sind gemeinsam mit 18 Studenten mitten im Schulgebäude gestrandet. Und zwar nicht auf einer einsamen Insel, sondern auf einem unbekannten Planeten im Weltall. Drei Tage haben die Schüler nun Gelegenheit, ihren neuen Lebensraum zu gestalten.

Die Projektidee ist aus der Kooperation zur Uni Marburg entstanden. Christian Kammler, früherer Lehrer der Steinwaldschule, ist heute Leiter der Lern- und Forschungswerkstatt an der Universität und dort unter anderem für die Ausbildung angehender Lehrer verantwortlich. Das Konzept ist mit Lehrer Ottmar Ginzel und den Studenten entstanden. „Es ist sowohl für Lehrer als auch für die Schüler ein großes Wagnis“, erklärt Kammler.

Absturz mit dem Raumschiff

Das Wagnis beginnt im abgedunkelten Raum. „Wir haben quasi den Absturz des Raumschiffs simuliert und auf dem Boden allerlei Dinge und Materialien verteilt“, verdeutlichte Ginzel. Gruppenweise haben die Schüler die Fundstücke, von denen sie der Meinung waren, sie brauchen zu können, aufgesammelt: „Es ging darum, in der Gruppe eine neue Gesellschaftsform zu organisieren. Und zwar mithilfe dieser Fundsachen“, sagt Kammler. Das Leben auf den Planeten entwickelt sich rasant. „Je nach den Begabungen und auch Vorlieben der Bewohner“, erläutert Ginzel. Manche Gruppen haben ein Begrüßungsritual entwickelt, andere gar eine neue Sprache. Geleitet wird das Ganze von Studenten, die das Projekt später auch auswerten.

Eine Rolle spielt auch der Prozess des Handels. „Das ist im Prinzip ein Planspiel. Die Schüler bieten zu bestimmten Handelszeiten selbst angefertigte Waren an und versuchen sie gegen Waren, die sie benötigen, einzutauschen“, erklären die Organisatoren. Student Alexej Möller ist begeistert von der Kreativität: „Es ist toll, wie schnell und mit wie viel Phantasie Kinder eine ganz eigene Welt erschaffen können.“ Heute ist die Abschlusspräsentation: Dabei lernen alle Bewohner die Lebensräume auf den jeweils anderen Planeten kennen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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