Sofort den Notruf verständigt

Kinder finden hilflosen Mann - und retten ihm vermutlich das Leben

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Handelten gedankenschnell: Die drei Freunde Emin (von links), Glenn und Justin haben einem Mann in Ippinghausen das Leben gerettet. Glenn ist derzeit wegen einer leichten Hüftverletzung in der Kreisklinik Wolfhagen in Behandlung. Foto: Kostudis

Ippinghausen. An ihnen kann sich so mancher Erwachsener ein Beispiel nehmen: Drei mutige Jungs haben in Ippinghausen gedankenschnell gehandelt - und einem Menschen damit möglicherweise das Leben gerettet.

Die drei waren am vergangenen Freitag gemeinsam in der Ortschaft unterwegs, als ihnen ein Mann auffiel, der leblos auf dem Boden lag. Was dann folgte, könnte in dieser Form auch in einem Erste-Hilfe-Lehrbuch stehen: Sofort alarmierten sie den Rettungsdienst, kümmerten sich um den Mann und holten Hilfe.

„Wir liefen am Friedhof entlang, als wir den Mann bemerkten“, erzählt der zwölfjährige Justin. Der Mann habe unter einer Bank gelegen und sei teils mit zerbrochenen Holzleisten bedeckt gewesen. „Wir sind dann hingegangen und haben gerufen, um zu schauen, ob er ansprechbar ist“, berichtet Emin. „Wir hatten natürlich Angst“, erzählt Justin. „Wir wussten ja nicht, ob der Mann lebt oder tot ist.“

Emin wählte mit seinem Handy den Notruf, anschließend entfernten die drei Jungen die Holzleisten. Als sie hörten, wie sich ein Fahrzeug näherte, liefen sie zur Straße und stoppten den Wagen. Der Fahrer stieg aus, die Jungen führten ihn zu dem hilflosen Mann.

„Er hat dann den Puls gefühlt und uns gesagt, dass der Mann noch lebt“, erinnert sich Justin. „Außerdem hat er ihn dann auch in die stabile Seitenlage gebracht.“ Kurz darauf traf der Rettungsdienst ein. Wie sich letztlich herausstellte, war der Mann stark alkoholisiert und vermutlich über die Bank gestürzt.

Kurz nachdem der Gefundene von den Notärzten in das Krankenhaus gebracht wurde, ging in der Region ein schweres Unwetter mit Hagel nieder. Hätte der Mann dann noch dort gelegen, hätte es für ihn lebensbedrohlich werden können.

Bei den Jungs hat sich der Mann mittlerweile bedankt. Und nicht nur die Eltern sind stolz auf das mutige Trio: „In der Schule hat mir meine Lehrerin gesagt, dass sie es ganz toll fand, wie wir das gemacht haben“, erzählt Emin.

Der Elfjährige erklärt, warum sie so schnell und zielgerichtet handelten: „Bei der Feuerwehr haben wir gelernt, was man in so einer Situation machen muss.“ Justin und Emin sind Mitglieder der Jugendwehr Ippinghausen, Glenn bei der Feuerwehrjugend in Wolfhagen.

Von Anton Kostudis

Quelle: HNA

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