Fälle häufen sich

Kinder und Jugendliche oft über Internet sexuell missbraucht

Schwalm-Eder. Immer häufiger werden Kinder und Jugendliche über das Internet sexuell missbraucht - auch im Schwalm-Eder-Kreis. "Nach Angaben der zuständigen Kollegen nimmt die Zahl der Anzeigen zu", sagt der Homberger Polizeisprecher Reinhard Giesa.

Häufig geben sich erwachsene Täter in sozialen Netzwerken als Gleichaltrige aus, um das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen zu gewinnen. Sie fordern ihr Opfer dann zum Beispiel auf, sich vor der Webcam ihres Computers auszuziehen und sexuelle Handlungen vorzunehmen. Missbrauch kann also stattfinden, ohne dass das Kind die elterliche Wohnung verlässt. Zum Teil versuchen die Täter aber auch, ein reales Treffen mit den Opfern anzubahnen - man spricht dann von "Cyber-Grooming".

Es kommt auch vor, dass die Täter selbst noch minderjährig sind. Giesa schildert einen Fall, der sich im Schwalm-Eder-Kreis abgespielt hat: Ein 15-Jähriger forderte eine 13-Jährige via Internet auf, ihm Nacktfotos von sich zu schicken. Als das Opfer der Forderung nicht nachkam, drohte der Junge, dem Mädchen und ihrer Familie werde etwas Schlimmes passieren. Die 13-Jährige wandte sich daraufhin an ihre Mutter, die zur Polizei ging. Damit haben sie alles richtig gemacht, sagt Giesa: "Es ist wichtig, dass sich die Opfer an eine Vertrauensperson wenden und den Fall zur Anzeige bringen." Das sei nicht selbstverständlich, denn häufig sei den Betroffenen das Ganze peinlich.

Es lohne sich auf jeden Fall, zur Polizei zu gehen: "In den meisten Fällen kann man die Spur der Täter verfolgen", sagt Giesa. Außerdem steige die Bereitschaft, die Täter anzuzeigen, mit der der Zahl der bekannt gewordenen Fälle. "Dann haben die Betroffenen nicht das Gefühl, dass sie ein Einzelfall sind", erklärt er.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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