Zwei Kinder starben - Mutter schwebt weiter in Lebensgefahr

Tödlicher Brand in Zimmersrode: "Wir stehen unter Schock"

Zimmersrode. Der Brand in Zimmersrode am Donnerstag, durch den Zwillinge im Alter von zwei Jahren ums Leben kamen, stelle für ganz Neuental eine Tragödie dar, sagte Bürgermeister Kai Knöpper am Freitag.

„Wir stehen hier alle unter Schock“, sagte der Rathauschef, der selbst als Feuerwehrmann im Einsatz war. Rund 50 Brandschützer hatten um das Leben der 31-Jährigen und ihrer Kinder gekämpft.

Nur 14 Minuten nach der Alarmierung hatten die Feuerwehrleute die Mutter und ihre Kinder aus dem Haus geholt und sie an die Rettungsdienste übergeben, berichtet Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Alle drei seien zu diesem Zeitpunkt bereits bewusstlos gewesen, hätten aber noch von Ärzten und Sanitätern reanimiert werden können.

Aktualisiert um 16.02 Uhr

Doch so schnell die Helfer auch nach der Alarmierung am Einsatzort waren: Die Kinder überstanden das Unglück nicht, das Mädchen starb am Donnerstagabend und der Junge am Freitagmorgen an den Folgen der Rauchgasvergiftung im Krankenhaus. Der Zustand der Mutter müsse weiterhin als „sehr, sehr kritisch“ bezeichnet werden, berichtet die Polizei Homberg.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, konnte aber auch Freitagnachmittag noch keine Angaben zur Brandursache machen. Das Feuer war im unteren Stockwerk ausgebrochen, in dem sich die Frau und die Kinder aufgehalten hatten. Der im Obergeschoss lebende 27-jährige Schwager der Frau hatte gegen 15.30 Uhr Rauch bemerkt, der aus einem Fenster im Untergeschoss quoll und die Feuerwehr alarmiert. Der Mann erlitt eine leichte Rauchvergiftung, er war ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Feuerwehr berichtete, dass im Haus installierte Rauchmelder noch während des Löscheinsatzes Alarm geschlagen hätten. Die Polizei wollte das am Freitagmittag nicht bestätigen: „Wir stehen noch ganz am Anfang unserer Ermittlungsarbeiten“, sagte Markus Brettschneider, von der Polizeidirektion Homberg.

Auch drei Notfallseelsorger waren in Zimmersrode im Einsatz. „Wir haben die Familie begleitet und waren für die Einsatzkräfte da“, sagt Pfarrer Friedrich Heidelbach. Er war Ansprechpartner für die Großeltern der Zwillinge. Auch wenn den Seelsorgern in solchen Situationen selbst die Worte fehlten, sei man an der Seite der Betroffenen, halte mit ihnen die Situation aus und helfe, neue Informationen einzuordnen. Auch für die Feuerwehrleute seien solche Einsätze schwer auszuhalten. „Sie retteten die Zwillinge aus dem brennenden Haus und dann gab es doch keine Rettung für die beiden.“

Nicht nur für Bürgermeister Kai Knöpper gehörte der Brand am Donnerstag zu den schlimmsten in seiner Feuerwehrlaufbahn. Auch der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Manfred Horn bezeichnet den Einsatz als den schlimmsten seines Lebens. (bra)

Wohnungsbrand in Zimmersrode

Erst in der vergangenen Woche hatte es in Kassel einen ähnlichen Brandfall gegeben. In dessen Folge waren zwei Kinder gestorben.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Hildebrand

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion