Kinder aus Tschernobyl erlebten unbeschwerte Sommerwochen in der Schwalm

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Auftritt in landestypischer Kleidung: Unser Foto von einem Teil der Gruppe entstand beim Johannisfest am Marktplatz in Treysa.

Schwalmstadt. Abgereist sind inzwischen die 17 Kinder aus der Region Tschernobyl, die für drei Wochen in der Schwalm zu Gast waren. Georg Ebener ist hochzufrieden mit dem Ablauf des 19. Aufenthaltes. Es sei eine vorbildliche Gruppe gewesen, und die Kinder hätten gesundheitlich sehr profitiert.

Vier Mädchen und Jungen sind mit einer neu angemessenen Brille heimgefahren, alle wurden zahnärztlich untersucht und nötigenfalls behandelt, alle haben sich mit gesunder Nahrung tüchtig sattgegessen. Ebener betonte, dass alle Leistungen spendiert wurden, auch medizinische Hilfe. Viele Gastronomen aus Treysa und Ziegenhain verköstigten die ganze Gruppe. Pizza, Pasta und Würstchen schmeckten den jungen Weißrussen ebenso gut, wie ihren deutschen Altersgenossen.

Schnell haben sich die Kinder aus Weißrussland in den Gastfamilien eingelebt, die Verständigung klappte gut, auch wenn vieles in Zeichensprache ablaufen musste. "Mit der Spielkonsole unserer Tochter beschäftigen sich unsere beiden Gastkindern stundenlang, und fügten sich ansonsten problemlos in die täglichen Abläufe ein", berichtete etwa Michaela Deußen (Loshausen), die die zum ersten Mal Gastmutter war. Die Dolmetscherin der Gruppe war bereits als Erholungskind Gast gewesen, insgesamt begleiteten vier Personen die Gruppe.

Langeweile konnte beim umfangreichen Programm kaum aufkommen. Besucht wurden eine Töpferei, ein Museum, der Wildpark, die Salatkirmes, der Herkules, Polizei, Feuerwehr und die Segelflieger. Am liebsten besuchten die zwölf Mädchen und fünf Jungen das Freibad in Ziegenhain Bäder dieser Dimension gibt es in ihrer Heimat nicht. Die Seen und Flüsse dort sind zudem so strahlenbelastet, dass das Baden darin nicht gesund ist.

Berufswünsche weckte der Besuch bei der Firma Heidelmann. In dem Lager mit Millionen von Süßwaren würden die Kinder später gerne arbeiten.

Quelle: HNA

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