In Kindergärten fehlen männliche Erzieher

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis ist die Anzahl von männlichen Erziehern in Kindergärten verschwindend gering. „Von insgesamt 750 Betreuern sind weniger als zehn Männer“, sagt Dieter Werkmeister, Sprecher des Schwalm-Eder-Kreises.

Dabei wären laut Experten dringend männliche Vorbilder für die Kinder nötig. Doch im Kreis liegt die Quote von Männern mit einer Ausbildung zum Erzieher in den Kindergärten bei knapp über einem Prozent. Bei 6925 Betreuungsplätzen kommt so ein Erzieher auf über 690 Kinder.

Um die Anzahl von Erziehern in den Kindergärten der Bundesrepublik zu erhöhen ist vor einem Jahr der Programm „Mehr Männer in Kitas“ gestartet. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Famile, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch den Europäischen Sozialfond.Allerdings bleibt Nordhessen außen vor. „Bei uns in der Gegend gibt es keine besondere Förderung für Männer“, sagt der Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel Michael Conrad.

Laut der Koordinationsstelle des Projekts „Mehr Männer in Kitas“ sind Erzieher für Jungen und Mädchen gleichermaßen wichtig: „Sowohl Jungen als auch Mädchen brauchen in der frühkindlichen Erziehung männliche Vorbilder. Männer, die toben, raufen - und auch vorlesen, trösten, schlichten, wickeln, den Tisch decken.“

Als Erzieher in einer Kindertagesstätte verdient man nach Angaben von Verdi Nordhessen brutto zwischen 2000 Euro und 2700 Euro. „Viele Gemeinden im Nordhessen bezahlen aber weniger“, sagt sie.

An der Hephata Akademie für soziale und diakonische Berufe in Schwalmstadt machen laut Akademieleiter Dr. Martin Sander-Gaiser gerade 21 Männer eine Ausbildung zum Erzieher. „In den letzten Jahren ist die Zahl leicht angestiegen. Von einem Männer-Ansturm ist jedoch nichts zu sehen.“ (vks)

Quelle: HNA

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