Personalräte bestätigen Tariftreue bei Kommunen

Kindergärten zahlen nach den Vorgaben

Schwalm-Eder. Erzieherinnen in Kindertagesstätten verdienen nach Gewerkschaftsangaben laut Tarifvertrag brutto zwischen 2000 und 2700 Euro. „Viele Gemeinden in Nordhessen bezahlen aber weniger“, kritisierte Verdi Nordhessen. Auf die Kindergärten im Schwalm-Eder-Kreis trifft das indes mutmaßlich nicht zu. Das ergab eine stichprobenartige Umfrage der HNA unter Personalräten der 27 Städte und Gemeinden.

Die Stadt Spangenberg ist tariftreu, erklärte Personalratsvorsitzende Ruth Hast. Die Liebenbachstadt beschäftige ausschließlich staatlich anerkannte Erzieherinnen und bezahle ihr 17-köpfiges Team nach der Tarifstufe S 6 oder besser – das entspricht auch laut Verdi Nordhessen dem Tarifwerk. In diesem Sinne korrekt gezahlt wird nach Angaben von Personalräten beispielsweise auch in Morschen, Borken, Homberg und Ottrau.

Laut Nadine Rudolph von Verdi Nordhessen gibt es Kommunen, die Erzieherinnen tarifwidrig bezahlen, und zwar mit der Begründung, diese hätten als Zweitkräfte keine verantwortliche Gruppenführung zur Aufgabe.

Im tariftreuen Homberg sieht Personalratsvorsitzende Ruth Schmidt andere Probleme, und zwar neben einem überhaupt zu niedrigen Tarifgehalts schwierige Rahmenbedingungen für die Kindergärten insgesamt. Die überregional geltenden Vorgaben zu Gruppengrößen etwa seien zu hoch. Die Kinder hielten sich mitunter in einer 25-köpfigen Gruppe von frühmorgens bis spätnachmittags auf und müssten eigentlich familienersetzend betreut werden. Dafür seien kleinere Gruppen erforderlich, um auf die Kinder individuell eingehen zu können und ihnen Lern- und Bildungsschritte wie in Familien zu ermöglichen.

Die Gemeinde Körle sieht wie Verdi Nordhessen noch ein anderes Problem: Fachkräftemangel. Laut Verdi wirbt die Stadt Frankfurt am Main etwa längst Personal aus dem Norden des Landes mit Bezahlung über Tarif ab.

Fachkräftemangel

Das kann den ohnehin bestehenden Erziehermangel verschärfen, erklärt Körles Bürgermeister Mario Gerhold. Bei allgemein niedriger Arbeitslosenzahl könnten Kommunen so mit sicheren Arbeitsplätzen weniger auftrumpfen. Das treffe nicht nur die Kindergärten, auch auf dem Bauhof seien inzwischen Schlosser, Elektriker oder Gärtner schwerer zu bekommen. (lgr)

Quelle: HNA

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