Kindergarten Regenbogen ist übergangsweise umgezogen

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Klettern gern: Elia Meyer und Justus Rieger (von links, beide 5 Jahre alt) aus der grünen Gruppe fühlen sich wohl im Schützenwald. Foto:  Ritter

Ziegenhain. Ausgerüstet mit Becherlupen und Proviant erkunden die Kinder des Kindergarten Regenbogen in Ziegenhain den Schützenwald. Grund dafür sind der Ausbau und die Sanierung des Kindergarten-Gebäudes im Fünftenweg in Ziegenhain. Die Kita ist seit Anfang April im ehemaligen Nachsorge-Klinik im Schützenwald untergebracht. Das Gebäude steht seit vielen Jahren leer.

Aus der anfänglichen Not ist für Kinder und Erzieherinnen eine Tugend geworden: Die Lage im Wald ermöglicht den Kindern viel Bewegung und Spaß in der Natur. „Wir fühlen uns hier so wohl, dass wir am liebsten bleiben würden“, sagt Leiterin Renate Schuster. Die Rückkehr in den Fünftenweg ist für Ende September geplant, auf jeden Fall aber bis Ende des Jahres.

Viel an der frischen Luft

Bei jedem Ausflug im Wald gibt es Höhepunkte für die Kinder: So werden bei Regenwetter Schiffchen aus Blättern für Nacktschnecken gebaut. „Die Bewegung an der frischen Luft ist unbedingt notwendig für die Entwicklung der Kinder,“ berichtet Schuster.

Dort lernen sie außerdem sich auch ohne teures Spielzeug zu beschäftigen und ihre Neugier wird geweckt. Deshalb verbringt jede der fünf Gruppen mindestens einen kompletten Tag pro Woche im Wald.

Auch die Bedenken der Eltern sind ausgeräumt. Die Sicherheitsmängel am Gebäude wurden von der Stadt behoben und Bauzäune verhindern, dass die Kinder sich unbeaufsichtigt dem nahegelegenen Teich nähern.

Spielerisch wurden die Kinder für die Gefahren und Verhaltensweisen in der Natur sensibilisiert. So dienen von ihnen entdeckte markante Punkte wie der „Handschuhbaum“ oder der „Baum, in dem der Specht wohnt“ bei Ausflügen als Sammelstellen. Gespielt wird nur in Sichtweite der Erzieherinnen und auch das Essen von wilden Beeren und anderen Pflanzen ist tabu. Außerdem achten alle darauf, keinen Müll im Wald zurückzulassen und nicht zu laut zu sein, um die Waldbewohner nicht zu stören.

Auch für den längeren Anfahrtweg der Ziegenhainer Kinder wurde eine Lösung gefunden. Jeden Tag fährt ein Bus zwischen dem Schützenwald und dem Tennisplatz in Ziegenhain. „Natürlich ist nicht alles perfekt, doch für uns ist es eine spannende Erfahrung,“ sagt Schuster. Sie wolle auch bei Rückkehr in den Fünftenweg weiterhin viele Waldtage anbieten und von der Zeit im Schützenwald profitieren.

Von Barbara Ritter

Quelle: HNA

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