Etwa 1000 Kinder hat sie betreut

Bringsi sagt bald: „Tschüss“

Remsfeld. Im November wäre Ilse Brings genau 40 Jahre Leiterin des Kindergartens in Remsfeld. Wenn sie dann nicht schon ausgeschieden wäre. Anfang Mai geht die 59-Jährige in den Vor-Ruhestand.

Pünktlich zu ihrem 60. Geburtstag, am 9. Mai, verabschiedet sie sich und und steigt für fünf Jahre in die passive Phase der Altersteilzeit ein. Die Kinder jedenfalls jammern jetzt schon und fragen die Erzieherin ständig, wann sie geht und wie das sei. „Sie spüren, dass wir nicht mehr viel Zeit miteinander haben.“

Das erinnert die Erzieherin selbst immer wieder daran. Auch wenn sie sich auf mehr Sport und freie Zeit freue, die Kinder werde sie sicher sehr vermissen. Worte, wie sie einmal ein Mädel zu ihr sagten: „Bringsi, weißt du, dass ich ein Fan von dir bin“, hat sie immer gern gehört.

Den Spitznamen Bringsi haben ihr die Kinder in den vergangenen Jahren gegeben und rufen ihn fröhlich durch die Einrichtung hinter ihr her. Zusammengerechnet hat die Erzieherin etwa 1000 Kinder in ihren Gruppen betreut, war ihnen Unterstützerin und Vorbild. Wie viele Kinder sie in dieser Zeit insgesamt als Leiterin des Kindergarten kennen gelernt hat, weiß sie nicht.

„Wohl viel mehr“, versucht sie zusammen zu rechnen. Nicht nur die Kinder prägten die Arbeit, auch der Skandal um den PCP (Pentachlorphenol) belasteten Kindergarten im Rodeweg hat sie miterlebt. Sie erinnert sich noch an die Zeit in den Außengruppen der Dörfer, als der Kindergarten, wegen der Renovierung in den 80er Jahren, geschlossen wurde, sowie an den Neubau in der Langen Straße Anfang der neunziger Jahre. Brings war gerade 20 Jahre alt, als sie die Leitung des Kindergartens übernahm und selbst schon Mutter eines kleinen Sohnes war.

In den vergangenen Jahren habe sich vieles verändert. Der Blick aufs Kind sei heute ein anderer, sagt Brings. Von der ehemals anleitenden Erzieherin, die bastelt und im Sandkasten mit gräbt, habe sich der Beruf verändert: „Das Kind wird heute auf seinem Weg begleitet“, sagt Brings. Die individuelle Entwicklung zu fördern sei das Ziel, stärker als zu Beginn ihrer Tätigkeit.

Die Kinder sollen von Anfang an eigene Strategien und Lösungen entwickeln, um sich später durchsetzen zu können. „Erziehung soll helfen, dass das Kind seine Fähigkeiten und Stärken selbst entdecken kann.“ Das fördere das Selbstvertrauen. Es geht darum, die Andersartigkeit und Persönlichkeit zu sehen. Auch würden die Eltern viel stärker miteinbezogen, in Befragungen beispielsweise. Aber auch wenn es heute längere Öffnungszeiten gebe und die Kinder schon im Krippenalter in die Einrichtung kommen, bleibe die Haupterziehung weiter Aufgabe der Eltern.

Öffnungszeiten des Kindergartens Knüllwichtel in Remsfeld sind von 7 bis 16 Uhr. In den fünf Gruppen sind 90 Kinder untergebracht. 10 Krippenplätze für Kinder von ein bis drei Jahren sind darunter.

von Christine Thiery

Quelle: HNA

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