Aus für Traditionsunternehmen

Kindermoden-Lemmi gibt sein Geschäft auf

Fritzlar. Das Fritzlarer Traditionsunternehmen Lemmi gibt seinen Geschäftsbetrieb auf. 43 Mitarbeiter und drei Auszubildende verlieren dadurch ihre Stelle, teilte die Geschäftsführung am Freitag mit.

Hintergrund sei eine Auseinandersetzung mit einem pakistanischen Lieferanten. Dieser habe plötzlich versucht, Preise für einen Auftrag nachträglich und vertragswidrig um 30 Prozent zu erhöhen, sagte Geschäftsführer Götz Pfeifferling auf Anfrage der HNA.

Ostern habe es noch Gespräche mit dem Lieferanten gegeben, doch es habe sich keine Lösung abgezeichnet. Es sei unverantwortlich und fahrlässig gewesen, unter diesen Bedingungen weiterzuarbeiten, erklärte Pfeifferling.

Ein Insolvenzantrag solle nicht gestellt werden, so der Geschäftsführer: „Wir wollen das Unternehmen ordentlich zu Ende bringen.“ Lemmi wird liquidiert. Pfeifferling zeigte sich selbst schockiert, man habe aber kurzfristig handeln müssen.

Ein schneller Wechsel des Lieferanten sei unmöglich, so schnell könne man keine Produktionskapazitäten buchen. Es zeige sich, dass die Produzenten ihre Waren auch anderswo, nicht zuletzt am heimischen Markt, absetzen könnten.

Schon in den vergangenen Jahren sei die Lage im Textilgeschäft für kleinere Betriebe nicht leicht gewesen, erklärte Pfeifferling. Der Druck auf dem Markt sei durch große Ketten wie H&M und Zara enorm.

Die Firma Lehmann-Hosen wurde 1959 in Kassel gegründet, 1982 wurde ein 30.000 Quadratmeter großer Neubau im Fritzlarer Gewerbegebiet eröffnet, seit 1986 heißt die Firma Lemmi fashion. In den vergangenen Jahren ließ Lemmi ausschließlich im Ausland produzieren, bestätigte Pfeifferling.

Neben Kinderhosen verkaufte Lemmi auch Jacken und Oberteile für Kinder.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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