Helga (80) und Erich (87) Schweitzer feiern heute ihre Diamantene Hochzeit

Den Kindern ein Vorbild

Freuen sich auf ein großes Fest: Helga und Erich Schweitzer sind seit 60 Jahren ein Ehepaar. Das wollen sie mit Verwandten und Freunden feiern. Foto: Rose

Verna. Auf dem Feuerwehrball in Neukirchen hat es zwischen Erich Schweitzer und Helga Merz im Dezember 1948 so richtig gefunkt: „Meine Frau gefiel mir damals und gefällt mir bis heute“, sagt Erich Schweitzer. Das Paar aus Verna feiert heute seine Diamantene Hochzeit.

Mit gerade 16 Jahren war der gebürtige Rumäne Erich Schweitzer mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen. Kaum da, wurde er eingezogen und wurde beim Militär als Koch eingesetzt. Die angefangene Fleischerlehre konnte er erst nach dem Krieg 1947 in Ziegenhain beenden. Die Eltern bewirtschafteten damals einen Hof in Neukirchen. Nach der Hochzeit im Knüllstädtchen arbeitete das junge Paar hier mehrere Jahre mit. „Aber ich habe immer gesagt, ich hab Fleischer gelernt und will es auch bleiben“, erzählt der heute 87-Jährige. Und so zogen die Schweitzers, damals schon zu Dritt – die Tochter kam 1953 zur Welt – nach Verna, wo sie eine Fleischerei eröffneten. Dazu gehörte eine Gastwirtschaft, die das Paar noch acht weitere Jahre, bis 1962, ebenfalls betrieb.

Dabei blieben Schweitzers nicht zu Dritt: Ein weiteres Mädchen wurde 1957, der Sohn 1960 geboren. Während Erich Schweitzer für die Metzgerei zuständig war, stand seine Frau tagsüber im Laden, abends hinter dem Tresen der Gaststätte. „Ich bin nicht selten um eins ins Bett und um fünf wieder raus“, erzählt die 80-Jährige. Daneben lieferte Erich Schweitzer auch noch Wurst- und Fleischwaren aus, 35 Jahre war er Haus- und Hoflieferant der Preußen Elektra in Borken. Hinzu kam ein weiteres Geschäft in der Kasseler Markthalle. Für Hobbys hatten Schweitzers nie Zeit: Den einzigen Luxus, den sie sich gönnten, war ein Mal im Jahr ein Urlaub. Zunächst im Bayerischen Wald, später in Erichs Heimat und am Schwarzen Meer. 1983 haben sie den Betrieb an den Sohn abgegeben, der heute mit im Haus wohnt.

Am Sonntag 50 Gäste

Streit gab es bei Schweitzers nie: „Keines unserer Kinder hat uns je zanken sehen“, berichtet Helga Schweitzer. Und Erich Schweitzer ist sich sicher: „Die Ehe ist ein immerwährendes, gegenseitiges Entgegenkommen. Und das muss man den Kindern auch so vorleben.“

Beide sind glücklich, den großen Tag gemeinsam erleben zu können. Freude bereiten dem Paar die Enkel- und Urenkel, acht und vier an der Zahl. Sie alle werden am Sonntag Teil der Gästeschar sein, die das Ehejubiläum feiern wollen: Beim Kirchgang, einem Mittagessen und einer Kaffeetafel.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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