Festival in Arnsbach

Mit guter Laune gegen Extremismus und Gewalt

Arnsbach. „Als unser Ort vor Jahren durch einen Vorfall bei der Kirmes mit Rechtsradikalen in die Negativschlagzeilen geriet, wollten wir das nicht hinnehmen“, sagt Philipp Gerhardt, Vorsitzender des Kippenrock-Vereins.

Eine Gruppe junger Erwachsener startete vor fünf Jahren das Festival Kippenrock und stellte es unter das Motto: „Gewalt geht nicht, gegen Rassismus und für Toleranz“. Die Bands spielten für eine geringe Gage, und der Name Kippenrock sei gewählt worden, weil dort gefeiert wird, wo früher der Abraum der Zechen abgekippt wurde, ergänzt Matthias Rininsland, der für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich zeichnet.

In den vergangenen vier Jahren herrschte jeweils kein optimales Festival-Wetter, am Wochenende war alles perfekt. Eine Waldlichtung, Sitzgelegenheiten aus Stroh und Bänke, gute Verpflegung und fünf gute Bands – da freute sich das Rockerherz.

Freude an der Musik

Die Band Hangover aus Bad Zwesten mit Frontsängerin Jule eröffnete das Festival. Die vier Musiker spielen, weil sie Freude an der Musik haben, seit vier Jahren zusammen. Als das bisherige Highlight ihrer Musikkarriere bezeichnet Juliane Boese den Auftritt als Vorband beim Konzert der Phil-Collins-Coverband.

Fiftyfour Planets waren aus Lingen im Emsland bei eisigen Temperaturen angereist und waren erstaunt über das gute Wetter in Hessen. Ihre Pop- und Punk-Interpretationen kamen beim Publikum gut an.

Razz aus Meppen, vier junge Musiker zwischen 16 und 18 Jahren, interpretierten gekonnt den Sound der 60er- und 70er-Jahre. Spit aus Kassel, den Festival-Besuchern gut bekannt, fand den Gefallen der Zuhörer nicht nur durch ihren gitarrenlastigen Sound, sondern auch durch ihre gekonnte Performance.

„Wir halten nichts von Gewalt, wir wollen zusammen Spaß haben, tolle Musik hören und Party machen.“

Christian Kramer

Höhepunkt des Abends sollte der Auftritt der Band „Alex im Westerland“ aus Frankfurt werden. Wie der Name andeutet, spielt die Band Coverversionen von Songs der Ärzte und der Toten Hosen. Der Bandname nimmt Bezug auf die Songs „Westerland“ (Die Ärzte) und „Hier kommt Alex“ (Die Toten Hosen).

Die vier Vollblutmusiker, waren vergangenes Jahr bis in die Endausscheidung des Wettbewerbs „Hessen rockt“ gekommen. Im Jahr spielen sie 60 bis 70 Konzerte im deutschsprachigen Raum. In Arnsbach sorgten sie für den rockigen Schlusspunkt.

Viele Besucher in Arnsbach trugen den Geist des Festivals auf dem Leib, sie trugen T-Shirts mit Parolen gegen Gewalt. Christian Kramer, Altenpfleger aus Bad Wildungen, war mit seinem Chef und Freunden gekommen. Er brachte es so auf den Punkt: „Wir halten nichts von Gewalt, wir wollen zusammen Spaß haben, tolle Musik hören und Party machen.“

Von Peter Büchling

Quelle: HNA

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