Kirche in Landefeld wird 250 Jahre alt: Geburtstagsfest am Samstag

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Landefeld. Vor 250 Jahren wurde die Kirche in Landefeld gebaut - das wird am Pfingstsamstag groß gefeiert. Das Jahr 1789 muss ein besonders gutes gewesen sein. Zumindest im Landetal.

Denn während die Menschen im Nachbarland auf die Barrikaden gingen um mit der französischen Revolution das gesamte System zu stürzen, griffen die Landefelder entschlossen zu Steinen, Mörtel, Handwerkszeug. Sie bauten auf einem Hügel über dem Dorf ein Bekenntnis zu ihrer Heimat und zu Gott: Sie errichteten das kleine, helle Kirchlein, dessen 250. Geburtstag am Pfingstsamstag gefeiert wird.

1789 lebten so viele Menschen im Spangenberger Stadtteil wie nie zuvor und danach: Das Dorf zählte damals 300 Einwohner - deren Zahl hat sich bis heute halbiert. Heute leben im Landetal in Landefeld, Metzebach, Nausis und Herlefeld insgesamt gerade einmal 500 Menschen.

Doch das Fest, das da am Samstag, 7. Juni, gefeiert werden soll, richtet sich an weit mehr Menschen als an die 140 Landefelder: Auch die Menschen aus Obergude und die Spangenberger sind eingeladen, den Geburtstag der putzigen Kirche zu feiern, die da zwischen Dorf und Friedhof steht und einen klaren, lichten Innenraum hat. „Wir wollen den Kontakt auch über die Grenzen hinweg halten“, sagt Pfarrer Michael Schümers.

Und das scheint gut zu gelingen: Beim Festkonzert, das ab 20 Uhr im Anschluss an den Gottesdienst stattfindet, treten der Frauenchor und der Männergesangverein aus Obergude auf, auch der Heart-Chor und der Posaunenchor aus dem Landetal sind dabei. Sie sollen mit ihrer Musik ein weiteres Mosaiksteinchen beitragen, dass das wahr wird, was sich Michael Schümers wünscht: Das Leben und einen modernen Glauben zu teilen. Logisch, dass die Kirche am Samstag im Mittelpunkt steht: erst für Gottesdienst und Festkonzert, später als Treffpunkt für alle Besucher.  

Das noch junge und sehr rüstige Geburtstagskind erzählt übrigens all denen, die aufmerksam hinschauen, viele Geschichten. Rund ums Gebäude stehen Grabsteine aus vielen Jahrhunderten, neue Schilder übersetzen alte, verwitterte und kaum mehr lesbare Grabinschriften.

Der Tod ist allgegenwärtig auf dem Kirchengelände, denn das grenzt sich nicht vom Friedhof ab, sondern bezieht ihn mit ein. Und auch jeder Blick aus den hohen klaren Fenstern des Gotteshauses macht deutlich, womit das Leben für alle endet. „Der Tod gehört nun einmal dazu“, sagt Schümers.

Das Geburtstagsfest am Samstag bietet für den ein oder anderen Landefelder bestimmt eine gute Gelegenheit, die Zeit auf Erden sinnvoll zu nutzen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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