Dierk Glitzenhirn ist neuer Leiter des Evangelischen Forums Schwalm-Eder

Kirche hat viele Gesichter

Ein Mittler zwischen den vier Kirchenkreisen und der Welt: Pfarrer Dierk Glitzenhirn ist der neue Projektleiter des Evangelischen Forums. Foto:  Brandau

Homberg. Dierk Glitzenhirn freut sich auf viele Antworten. Denn die Frage, die dem 47-Jährigen auf der Seele brennt, lautet, was er als neuer Projektleiter des Evangelischen Forums Schwalm-Eder für die Gemeindepfarrer im Landkreis tun kann. Glitzenhirn ist seit Monatsbeginn im Amt, am Montag, 30. Mai, wird er ab 20 Uhr in einem Gottesdienst in der Homberger Stadtkirche ins Amt eingeführt.

Im Schwalm-Eder-Kreis kennt sich Glitzenhirn, der zwölf Jahre lang Pfarrer in Kassel-Nordshausen war, mittlerweile gut aus: Bis vor vier Wochen hat er vertretungsweise für ein Jahr das Diakonische Werk geführt. Den Dienstsitz wird er mit der Aufgabe allerdings nicht wechseln müssen. Denn sein neues Büro entsteht zurzeit im selben Gebäude, in dem er bislang gearbeitet hat – im Haus des Diakonischen Werks in der Pfarrstraße 13 in Homberg.

Erstmals ein zentrales Büro

Doch auch wenn die Dienstadresse die selbe bleibt, so ändert sich doch sein Aufgabenbereich komplett. Als Projektleiter des Evangelischen Forums soll der 47-Jährige eine Plattform für eine möglichst ortsnahe Bildung für Erwachsene schaffen und das Angebot der Kirchengemeinden mit interessanten Veranstaltungen erweitern. Er verstehe sich als einen zentralen Dienstleister, sagt Glitzenhirn. Es ist das erste Mal, dass das Forum ein zentrales Büro erhält und einen hauptamtlichen Leiter hat. Bisher hatte Pfarrer Konrad Schullerus aus Singlis die Aufgabe mit einer halben Stelle zu seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer geschultert.

Auch Glitzenhirn widmet sich ihr mit der halben Zahl seiner Wochenstunden: Die andere Hälfte seiner Stelle besteht darin, dass er bei Großveranstaltungen wie beispielsweise dem Hessentag die Landeskirche vertritt. Damit ist er von den klassischen Tätigkeiten eines Pfarrers wie der Seelsorge und dem Feiern von Gottesdiensten entbunden. Allerdings behält er seinen Predigtauftrag im Kirchspiel Arnsbach-Kerstenhausen-Kleinenglis.

Ein klares Ja zum Glauben

Demnächst legt Glitzenhirn den Hauptaugenmerk auf den dritten Bereich, den die Arbeit eines Pfarrers neben Seelsorge und Gottesdiensten ausmacht: Die Katechese, also das Unterrichten und Bilden.

„Das Evangelische Forum will Menschen befähigen, bewusst Ja zu ihrem Glauben zu sagen,“ sagt Glitzenhirn.

Das Bildungsbestreben sei ein Urgestein des reformatorischen Handelns und schon Luther ein Anliegen gewesen, sagt Glitzenhirn. Zur Bildung und Information sollen Vorträge, Arbeitsgruppen, Informationsabende, Gesprächskreise und Studienreisen beitragen, die Glitzenhirn künftig in den Pfarrgemeinden aller vier Kirchenkreise organisiert. Sie drehen sich um Themen wie Altenhilfe, Trauerarbeit, Psychologie, Kunstgeschichte, Lokalhistorisches.

Diese Veranstaltungen sollen Vereinen, Verbänden und Institutionen die Möglichkeit geben, mit der Kirche zusammenzuarbeiten. „Wir sind schließlich kein kirchlicher Binnenbetrieb“, betont der 47-Jährige. Dierk Glitzenhirn ist zunächst für fünf Jahre Leiter des Forums, das ein Pilotprojekt für die Kirchenkreise Fritzlar, Homberg, Melsungen und Schwalmstadt darstellt. Es ist ein Experiment, ein Pilotprojekt. Eines, das vor allem eines zeigen soll – dass Kirche viele Gesichter hat. HINTERGRUND, ZUR PERSON

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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