Kreissynode berät neue Agende zur Trauung und muss Reformstau aufarbeiten

Kirche will sich reformieren

Teller mit Ringen: Pfarrer Wolfgang Hanske aus Istha, Sprecher des Synodenausschusses zur Trauagende mit wichtigen Utensilien für die Hochzeitszeremonie. Foto:  ylv

Wolfhagen. „Wir bauen Vertrauen für Veränderungen im Reformprozess 2020 auf“ lautet die Leitlinie der Evangelischen Kirche im Kirchenkreis Wolfhagen in diesen Monaten. Die einzelnen Ziele zur kirchlichen Erneuerung wurden auf der Kreissynode am Samstag beraten und in weitere Handlungsschritte für 2012 umgesetzt.

Auf der Tagesordnung ganz vorn stand der Entwurf einer neuen Trau-Agende der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, zu der die Kreissynode eine Stellungnahme abgab. Der Entwurf berücksichtigt dabei die gravierenden gesellschaftlichen Veränderungen, die auch an der kirchlichen Begleitung von Menschen nicht spurlos vorüber gegangen sind und theologisch aufgearbeitet wurden müssen.

Ein Blick in die Agende zur Trauung zeigt, dass hier den zeitgenössischen Bedürfnissen zum Beispiel von Patchwork-Familien und Paaren aus unterschiedlichen Weltreligionen ein größerer Spielraum gewährt werden soll. „Auch die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gehört dazu“, erläuterte der Vorsitzende der Kreissynode, Rudolf Möse, während es für die Homo-Ehe weiterhin keinen Trauritus geben werde. Im Hinblick auf bestimmte Grundformen des Traugottesdienstes machten die Delegierten verschiedene Verbesserungsvorschläge.

Mehr Gefühl und Nähe

Die Texte zur Trauung sollen zeitgemäßer und auch gefühlvoller werden. In einem Begrüßungstext für das Hochzeitspaar heißt es: „Wir rufen das Glück in die Welt hinaus, die beiden hier lieben sich so sehr, dass sie eine Bindung für ein ganzes Leben eingehen. Wir freuen uns, wir sind dabei, wir feiern“, zitiert Dekan Dr. Gernot Gerlach direkt aus dem Dokument.

Während der Synodensitzung wurde betont, dass die Leitlinie des Reformprozesses auch die Aktionen der Synode selbst betreffe. Gemeinsam wolle man nach einem gangbaren Weg suchen, zu dem „Rastplätze des gelebten Glaubens“ ebenso wie der Austausch und eine gute Streitkultur gehörten. Diese Einstellung lasse sich auf andere Felder der Gemeindearbeit übertragen wie etwa Diakonie, Jugendarbeit und Glaubensvermittlung.

Kirchentag 2012 in Wolfhagen

Auch die Art und Weise der Gebäudenutzung müsse sich stärker an bestimmten Bedarfsprofilen ausrichten. Man könne gut erhaltene Gemeinschaftsräume mit anderen kommunalen Gruppen teilen und so für mehr Offenheit und Gemeinsamkeit sorgen, unterstrich Dekan Dr. Gerlach die erforderliche Achtsamkeit gegenüber dem Nachbarn im selben Ort.

Schlusspunkt der so gennannten „Rastplätze gelebten Lebens“ soll im September 2012 ein Kirchentag in Wolfhagen sein. Unter dem Motto „Komm mal rüber! - Tag der Kirchen im Wolfhager Land“ will der Kirchenkreis einen Aktionstag der offenen Kirchen veranstalten, mit Wege- und Wanderkarte und einem Kirchentagsheft, das über alle Kirchengemeinden, Kirchen und das Tagesprogramm informiert.

Von Ludger Verst

Quelle: HNA

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