Kirchenkreis fordert: Reformationstag muss wieder Feiertag werden

Melsungen. Der Kirchenkreis Melsungen kämpft weiter dafür, dass der Reformationstag gesetzlicher Feiertag wird. Die Reformation feiern - unter diesem Motto berichtete Dekan Rudolf Schulze in der jüngsten Synode über die evangelischen Feiertage.

Bereits 1995 habe sich der Kirchenkreis Melsungen als kampagnefähige Solidargemeinschaft unter Beweis gestellt. Als der Buß- und Bettag damals als staatlicher Feiertag abgeschafft wurde, habe allein der Kirchenkreis Melsungen 6466 Unterschriften für einen Antrag für ein Volksbegehren beigesteuert.

„Leider war im Rest Hessens nicht die entsprechende Anzahl an Unterschriften zusammengekommen”, bedauerte der Dekan.

Mit Blick auf 2017

Zum Thema Feiertage habe die Kreissynode 2008 erneut die Initiative ergriffen. Mit Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation im Jahre 2017 sei beschlossen worden, den Reformationstag in Hessen zum staatlichen Feiertag zu erklären, wie dies in allen neuen Bundesländern der Fall sei.

Die Kreissynoden Bad Hersfeld und Gelnhausen haben laut Schulze darauf gleichlautende Anträge an die Landessynode gerichtet. Diese habe den Rat der Landeskirche beauftragt, sich bei der Hessischen Landesregierung für den Reformationstag einzusetzen.

Gefahr für Karfreitag

“Unsere Initiative könnte ja nur zum Ziel führen, wenn alle drei evangelischen Kirchen im Land Hessen an einem Strang ziehen würden”, sagte Schulze vor den Synodalen. Die doppelt so große Kirche von Hessen und Nassau habe aber bislang kein Interesse an der Unterstützung dieser Initiative erkennen lassen.

Am Rande des jüngsten Hessentages habe er als Präses der Synode der Landeskirche Kurhessen-Waldeck an dem Treffen der hessischen Kirchenleitungen mit dem Ältestenrat des Landtages teilgenommen, erläuterte Schulze. Dabei sei das Hessische Feiertagsgesetz thematisiert worden, “weil bestimmte linke Gruppierungen den stillen Charakter des Karfreitags abschaffen wollen”. Es bestehe die Gefahr, dass das ganze Gesetz und damit die religiösen Feiertage überhaupt zur Debatte stünden.

Dennoch habe sich die Initiative des Kirchenkreises bereits jetzt gelohnt. Bischof Dr. Martin Hein habe im Gespräch mit dem Ältestenrat den Gedanken ins Spiel gebracht, aus Anlass des Reformationsjubiläums in Hessen einen einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017 einzulegen. Dies könne die Landesregierung auf dem Verwaltungswege und ohne Gesetzesänderung beschließen.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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