Kirchenmusikerin: Stress zur Weihnachtszeit

Begeisterte Kirchenmusikerin: Kantorin Henrike Wischerhoff sitzt gerne an der Orgel, auch wenn ihr Beruf manchmal viel Stress bedeutet – besonders zur Weihnachtszeit. Foto: Brück

Kantorin Heike Wischerhoff spielt in der Kirche Zierenberg die Orgel. Besonders zu Weihnachten hat sie viel zu tun - die Freude an ihrem Beruf behält sie trotz des Stress.

Wenn an Heilig Abend sanfte Orgeltöne für besinnliche Feststimmung in der Kirche Zierenberg sorgen, ist Kantorin Henrike Wischerhoff im Stress. Ihre schlanken Finger fliegen gekonnt über die Tasten, während sie mit geübtem Blick die Noten abliest. „Die Gottesdienste an Heilig Abend erfordern verschiedene Musikstile“, erklärt sie. „Ich möchte, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist.“

Gleich drei Mal sitzt die 53-Jährige aus Hofgeismar jedes Jahr am 24. Dezember an der Kirchenorgel. Zwischen den Gottesdiensten bleiben da nur wenige Stunden Zeit für das eigene Weihnachten mit der Familie - besonders, da ihr Mann und ihre Tochter ebenfalls Kirchenmusik machen.

Insgesamt spielt die Familie über die Weihnachtsfeiertage in 17 Gottesdiensten die Orgel. „Ich habe auch noch drei Kinder, die nicht Orgel spielen, die bestehen auf eine Bescherung und gemeinsames Essen“, lacht die Kantorin.

Schon in den Wochen vor Weihnachten hat sie deutlich mehr zu tun, als im Rest des Jahres. Zusätzlich zu verschiedenen Projekten in der Gemeinde, der Planung von Gottesdiensten, Büroarbeit, Besprechungen und natürlich dem täglichen Üben an der Orgel, kommen in der Adventszeit weitere Aufgaben auf sie zu.

So ist sie bei den Proben für das Krippenspiel und den Chor dabei und übt ein Singspiel ein. Zusätzlich zu den Gottesdiensten an den Adventssonntagen ist sie in dieser Zeit auch unter der Woche bei der Adventsandacht anwesend und kümmert sich um einen Schulgottesdienst kurz vor Weihnachten. Viel Arbeit, die sie gerne macht: „Man will der besonderen Zeit im Advent schließlich gerecht werden“, erklärt sie.

Zudem bedeute ihr die Arbeit sehr viel. Es sei schön frei gestalten zu können. „Ich glaube, wenn man nicht so daran hängt, kann man die Belastung zu Weihnachten nicht aushalten.“

Diese Liebe zur Musik entdeckte sie bereits als Kind in ihrer Geburtsstadt Hofheim am Taunus. Mit acht Jahren lernte sie Klavier zu spielen und sang regelmäßig. In der Oberstufe entschied sie dann aufgrund des Musik-Leistungskurses ein zweites Instrument zu lernen. „Weil einfach jeder in der Klasse mehr als eins gespielt hat“, erzählt sie. Zur Orgel kam sie dann durch ein Konzert in der Kirche. „Bald kam auch die Frage der Kantorin, ob ich sie nicht mal vertreten könnte.“

Eine Entscheidung, die sie an die Musikhochschule in Düsseldorf führte. Hier studierte sie Kirchenmusik und lernte ihren Mann kennen. 1995 zog das Paar nach Hofgeismar um. Vor fast sechs Jahren trat sie dann die Stelle als Kantorin in Zierenberg an. „Die Kinder waren schon größer, als das Angebot kam. Das passte einfach“, sagt Henrike Wischerhoff.

Bereut hat sie diese Entscheidung trotz der stressigen Weihnachtszeit nie. Vielmehr würde sie sich freuen, ihre Begeisterung für das Orgelspiel auch an andere weiter zu geben. Das hat aber auch praktische Gründe: Es wird immer schwerer Vertretungen an der Orgel zu finden. Erholung hat sich die engagierte Musikerin besonders nach den Weihnachtstagen aber mehr als verdient. „Da nehme ich erst mal meinen Resturlaub“, sagt sie.

Quelle: HNA

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