Mehr als 20 Millionen Euro

Nach Feuer in Tapetenfabrik: Schaden schlimmer als angenommen

Kirchhain. Von einem höheren Schaden als angenommen geht der Geschäftsführer der Marburger Tapetenfabrik, Ullrich Eitel, nach dem Brand am Sonntag aus. Er schätzt den Schaden auf mehr als 20 Millionen Euro. Eine Halle, in der das Feuer ausbrach, muss abgerissen werden.

Da ist nichts mehr zu retten.“ Am Sonntag war eine Halle auf dem Werksgelände der Tapetenfabrik völlig ausgebrannt. Die Polizei nahm kurze Zeit später einen21-jährigen mutmaßlichen Brandstifter aus Gießen fest. Er hatte die Tat gestanden und wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

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In der ausgebrannten Halle befanden sich die Druckerei, dieMusterkartenabteilung, der Bereich Marburg Technik und Lagerräume. Die Produktion auf dem Gelände ruht derzeit. Der Täter legte auch Feuer im Hochregallager, einem anderen Teil des Werks. Dort wurde die Sprinkleranlage ausgelöst. Erhebliche Wasserschäden waren die Folge. Derzeit laufen die Reinigungsarbeiten in diesem Werkstrakt auf Hochtouren. Aktuell ist auch die Logistik des Unternehmens lahmgelegt. „Am Dienstag nach Ostern wollen wir wieder die ersten Rollen ausliefern“, sagte Eitel.

Ullrich Eitel

Dass die Fabrik Ziel eines Brandstifters wurde, sei nach Aussage des Geschäftsführers Zufall. Die Polizei habe ihm versichert, so etwas könne jedem passieren. Der Täter habe sich etwas zum Zerstören ausgesucht. Aufgebracht ist Ullrich Eitel: „Er hat die Lebensgrundlage von 350 Mitarbeitern gefährdet.“

Die Tapetenfabrik ist 168 Jahre alt. Sie wurde 1845 zunächst in Marburg gegründet und 1948 im benachbarten Kirchhain wieder aufgebaut. 4300 verschiedene Tapeten produziert das Unternehmen, das 2012 einen Jahresumsatz von 85 Millionen Euro machte.

Zwei Drittel der Produktion gehen ins Ausland, vor allem nach Russland, Frankreich und China. (cls/zgc)

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Quelle: HNA

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