Treffen im Dorfgemeinschaftshaus: Burschenschaft stellte neues Konzept vor

Kirmes sicherer machen

Große Runde: Vertreter der Gemeinden, der Polizei und des Kreises diskutierten mit den Burschenschaften. Fotos: Rose

Zella. Etliche Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz waren die Bilanz der Kirmes in Steina vor fünf Wochen: Die Burschenschaft Zella hat sich deshalb jetzt intensiv mit Themen wie Sicherheit und Auflagen auseinander gesetzt. Ihr Konzept stellten die jungen Leute am Sonntagabend im Dorfgemeinschaftshaus in Zella vor.

Gekommen waren Vertreter von 37 Burschenschaften aus dem gesamten Landkreis. Die Beteiligung der geladenenen Bürgermeister beziehungsweise Gemeindevertreter war hingegen eher gering: „Ich finde es enttäuschend, dass so wenige unserer Einladung gefolgt sind“, sagte der Vorsitzender der Zellaer Burschen, Johannes Bechtel.

Die Kirmes sei ein Kulturgut der ländlichen Region, das es zu erhalten gelte: „Neben der Traditionspflege lernen Jugendliche im Verein, Verantwortung zu übernehmen. Darüber hinaus übernimmt die Burschenschaft Aufgaben im Dorf“, erklärte Bechtel. Doch die Veranstaltungen gerieten durch Auflagen und Kontrollen in Verruf: Hinzu kämen Kosten für Sicherheitsdienste, die sich viele Burschenschaften nicht mehr leisten könnten.

Einwohner springen ein

In Zella habe man sich Gedanken über eine Bürgersicherheit gemacht. Elf Einwohner hätten sich bereit erklärt, Dienste zu übernehmen – vier von ihnen hätten einen so genannten Sicherheitsschein. In einheitlicher Kleidung sollten die dann zu späterer Stunde auch Jugendschutzkontrollen übernehmen, verdeutlichte Bechtel. Die Polizei halte sich in Bereitschaft in der Nähe auf. „Weil ihnen die Kirmes am Herzen liegt, zeigen ehrenamtliche Ordner auch mehr Engagement“, glaubt der Vorsitzende.

Für Bürgermeister Heinrich Vesper ist der Vorschlag eine Alternative: „Nicht jeder Ort wird diese Voraussetzungen erfüllen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass wie hier in Zella den professionellen Sicherheitsdienst auf zwei Leute reduzieren können.“ Über die Empfehlungen der Polizei und des Ordnungsamtes wolle man sich aber auch weiterhin nicht hinwegsetzen. Michael Stuhlmann, Leiter der Polizeidirektion Schwalmstadt, machte deutlich, dass es vor jeder Kirmes Gespräche mit den Veranstaltern gebe: „Jede einzelne Kirmes wird analysiert. Wir wollen nicht ärgern, sondern beraten und beschützen“, stellte er klar.

Kontrollen wichtig

„Verbote werden aber auch nur dann eingehalten, wenn sie kontrolliert werden“, sagte der Jugendkoordinator der Polizei, Markus Brettschneider. Johannes Bechtel zeigte sich am Ende zufrieden: „Wir sind froh, dass wir mit allen ins Gespräch gekommen sind. Burschenschaften müssen sich in Zukunft stärker austauschen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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