Kirmesausstellung zeigt Stoffe von vier Kontinenten 

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Im Kontrast zur Tracht: Unter anderem ist in der Ausstellung Kleidung aus der Steinzeit zu sehen. Getragen wurde sie von Claudia und Martin Burberg. 

Ziegenhain. Zur Vernissage der Kirmesausstellung „Sprache ohne Worte – Was drücken Kleidung und Tracht aus?“ kamen fast 100 Besucher in das Museum der Schwalm.

Unter die schick gekleideten Gäste mischten sich Kreuzritter in voller Rüstung, ein Germane, Schotten in typischer Kleidung aus dem Mittelalter und Steinzeitmenschen.

So bunt wie das Publikum präsentierte sich auch die Ausstellung. „Die Schwalm gilt als eine der bekanntesten Trachtenregionen Deutschlands“, sagte Ingo Schuster. „Wer die Symbolik der Tracht kennt, der kann sie ohne Worte verstehen.“ Schuster hatte die Idee, Kleidung aus vier Kontinenten im Kontrast zur heimischen Tracht im großen Saal des Museums auszustellen.

„Am Anfang stand die Arbeitskleidung, die je nach Region, Klima, sozialer Stellung und auch Religion unterschiedlich aussah“, erläuterte Schuster. Die älteste Nähnadel, die bisher gefunden worden sei, sei 50 000 Jahre alt, referierte der Ausstellungsmacher. Im Laufe der Geschichte seien immer wieder Kleiderordnungen entstanden, die auch nach außen die soziale Stellung der Menschen dokumentieren sollte.

Von ihm stammt die Idee: Ingo Schuster hat die Ausstellung konzipiert.

Auch prachtvolle Grabbeigaben, wie zum Beispiel der aus 400 Eichhörnchenfellstreifen hergestellte Mantel des sogenannten Kleinen Prinzen, der ihm vor etwa 23 000 Jahren in Italien mit ins Grab gelegt worden sei, seien ein Ausdruck für die hohe soziale Stellung, die anhand der Kleidung sichtbar werde.

Leihgaben für Kleidung

„Trachten und Kleidung sind seit Jahrtausenden Sprache ohne Worte“, verdeutlichte Schuster das Motto der Ausstellung. Mit Leihgaben aus privatem Besitz und der Unterstützung des Volkskundlichen Museums Wilnsdorf hat das Team rund um Konrad Nachtwey und Ingo Schuster eine sehenswerte und informative Ausstellung zusammengetragen.

Neben einem römischen Legionär gibt es unter anderem eine wertvolle Hochzeitskleidung der Lampung zu sehen. Da diese traditionelle Kleidung jedoch für viele Heiratswillige viel zu teuer ist, hat sich ein Verleihsystem entwickelt. • Öffnungszeiten: bis 13. August dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Quelle: HNA

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