Gruppe kämpft mit Nachwuchsmangel

Kirmesteam Niedervorschütz sucht neue Mitglieder

Freuen sich auf den 25. Geburtstag der Zeltkirmes: die Mitglieder des Kirmesteams Niedervorschütz, stehend von links: Stefan Ashauer, Waldemar Prozorov, Kirmesvater Tobias Freudenstein, Kirmesmutter Nora Schütz, Chris Freudenstein, Katharina Jacob, knieend von links Patrick Ashauer und Dennis Freudenstein. Foto: privat/nh

Niedervorschütz. Früher hatten die Kirmesteams in der Region noch großen Zulauf, doch inzwischen kämpfen auch sie mit dem Nachwuchsmangel.

Über mögliche Gründe sprachen wir mit den Kirmesburschen und -mädchen aus Niedervorschütz. Sie haben derzeit jede Menge zu tun - denn am Freitag, 10. April, startet die Zeltkirmes. Sie findet in diesem Jahr zum 25. Mal statt. Jedes Wochenende haben sich die Mitglieder in den vergangenen Monaten getroffen, um das Fest vorzubereiten. „Wir rechnen übers Wochenende mit 1500 bis 2000 Besuchern“, sagt Kirmesvater Tobias Freudenstein (22).

Aus Anlass des runden Geburtstags soll es auch ein Ehemaligentreffen und einen Umzug geben. Das Kirmesteam selber wird allerdings wenig Zeit zum Feiern haben, schließlich müssen die Mitglieder rund um die Uhr für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Auf drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht kommen die Teammitglieder während des Kirmeswochenendes.

Das aber stört die Kirmesburschen und -mädchen nicht: „Natürlich haben wir Spaß an der Sache, sonst würden wir’s nicht machen“, sagt Freudenstein. Für die Kirmesteam-Mitglieder ist die Kirmes-Vorbereitung eine besondere Zeit. „Die Unterstützung, die wir aus dem Dorf kriegen, ist genial“, sagt Vorstandsvorsitzender Patrick Ashauer (25). „Alle ziehen an einem Strang. Das ist das Schöne, dass man nicht allein gelassen wird.“ So stellt Eigentümer Michael Scherp die Burgwiese für die Kirmes zur Verfügung, und Familie Tschosnig sorgt für den Wasseranschluss. Die Dorfbewohner helfen beim Aufbau, und die Anwohner akzeptieren, dass bis morgens um drei Uhr laute Musik gespielt wird. Auch von der Feuerwehr gibt es viel Unterstützung - „ohne die kriegt man es meistens nicht mehr hin“, sagt Tobias Freudenstein.

Bei aller Vorfreude aufs Jubiläum - der Nachwuchsmangel macht dem Kirmesteam Sorgen. Denn immer weniger junge Menschen wollen sich dort engagieren.

„Als ich vor neun Jahren angefangen habe, waren wir noch 30 Leute“, erinnert sich Patrick Ashauser. Derzeit hat das Team nur noch neun Mitglieder. Das sei nicht nur in Niedervorschütz ein Problem: „Die Kirmesteams werden allgemein kleiner.“ Kirmesmutter Nora Schütz (17) ist seit zwei Jahren im Kirmesteam Niedervorschütz dabei - nach ihr seien keine neuen Mitglieder mehr dazugekommen, sagt sie. „Ich habe auch Freunde gefragt, ob sie mitmachen wollen, aber es ist kein Interesse da“, erklärt Schütz.

Die Jugendlichen hätten heute einfach andere Interessen. Früher sei es noch selbstverständlich gewesen, dass die Jugendlichen aus dem Dorf sich im Kirmesteam engagierten. „Das war einfach etwas, wo man dazugehören wollte“, sagt Tobias Freudenstein. Im Jugendraum, einem Treffpunkt für alle zwischen 13 und 18 Jahren, wurden die Jugendlichen an die Arbeit des Kirmesteams herangeführt. Aber inzwischen sei der Jugendraum nicht mehr so gut besucht wie früher. Die Jugend von heute gehe am Wochenende lieber in die Disco, als eine Kirmes zu organisieren.

Natürlich müsse man als Kirmesteam so manche Hürde überwinden, räumt Freudenstein ein. Die vielen Auflagen, etwa die Sperrstunde um drei Uhr, mache ihnen zu schaffen. „Das ist viel Papierkrieg.“ Und die Umsatzsteuer fresse den Großteil der Einnahmen wieder auf.

Aber dennoch lohne es sich, im Kirmesteam mitzumachen. „Der Spaß, der Zusammenhalt - das ist wie eine kleine Familie“, sind sich die Mitglieder einig. Übrigens können nicht nur Niedervorschützer mitmachen: Zum Kirmesteam gehört auch ein Mitglied aus Böddiger und eins aus Felsberg.

 

Programm:

Die 25. Zeltkirmes Niedervorschütz findet von Freitag, 10., bis Sonntag, 12. April, im beheizten Festzelt auf der Burgwiese statt. Streng genommen startet die Kirmes bereits am Donnerstag, 9. April: Dann gräbt der Kirmesvater die Kirmes aus - in Form einer Flasche Schnaps, die ohne sein Beisein vergraben wurde. Und nach dem Ende des offiziellen Programms am Sonntag wird am Montag noch weitergefeiert.

Einige Programmpunkte:

Freitag, 10. April, ab 20 Uhr: Party mit DJ Steven

Samstag, 11. April, ab 20 Uhr: Tanz mit den Wild Birds

Sonntag, 12. April:

• 13 Uhr Umzug mit Kapelle

• 15 Uhr Kinderkirmes bei Kaffee und Kuchen

• 16 Uhr Tanz mit der Musikgruppe der Feuerwehr Niestetal

• 16.30 Uhr Altkirmesburschentreffen

• 18 Uhr Bekanntgabe der ersten 20 Sieger der Tombola

Quelle: HNA

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