Kita-Pläne für Grifte noch einmal vertagt

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So sieht der Alternativvorschlag für die Kita „Am Bachstücke“ aus: Die alte Kita Pusteblume mit DGH wird saniert, auf dem Gelände wird ein neuer Kindergarten gebaut, es gibt ein großes Spielgelände, in der Perspektive kann ein Kreisel die Verkehrssituation auch auf der stark befahrenen Durchgangsstraße beruhigen.

Die Entscheidung wurde noch einmal vertagt: Wo eine neue Kindertagesstätte im Edermünder Ortsteil Grifte gebaut werden kann, wird die Gemeindevertretung erst in ihrer letzten öffentlichen Sitzung des Jahres am 15. Dezember festlegen.

Edermünde. Ursprünglich sollte das am Montagabend in Besse bereits passieren. Doch der massive Protest vieler Grifter, die den geplanten Kita-Standort auf dem heutigen Fest- und Bolzplatz erhalten möchten und über 400 Unterschriften gegen eine Bebauung gesammelt hatten, sorgte für erneutes Nachdenken im Gemeindeparlament.

Die Kommunalpolitiker wollen jetzt verschiedene Vorschläge, die auf dem Tisch liegen, in Ausschuss-Sitzungen diskutieren. Dabei wird es eine entscheidende Rolle spielen, wie die Mehrkosten für andere Entwürfe gegenfinanziert werden können. Denn die Bolzplatz-Bebauung ist nach den Berechnungen des beauftragten Architekturbüros Gerlach (Fritzlar) mit Kosten von 3,6 Millionen Euro die günstigste Möglichkeit für eine neue Kita. Uwe Bauch (FWG) stellte am Montag einen Alternativentwurf der Architekten Steyer/Weitsch für eine kombinierte Lösung vor:
• der vorhandene Kindergarten Pusteblume im früheren Dorfgemeinschaftshaus wird saniert, bietet drei Gruppen Platz; DGH-Raum und Bücherei bleiben erhalten;
• auf dem Grundstück oberhalb der Ortsdurchfahrt wird ein neuer viergruppiger Kindergarten gebaut,
• das Umfeld wird naturnah gestaltet und kann auch Platz bieten für ein altersübergreifendes Spielgelände mit Einbeziehung des Pilgerbaches.

Die Kosten für dieses Projekt werden auf 5,1 Millionen Euro geschätzt, also 1,5 Millionen Euro mehr als für den Neubau eines 7-gruppigen Kindergartens auf dem Bolzplatz. „Das ist ein zukunftsweisendes Konzept“, meinte Bauch, zu dem auch neue Wegeverbindungen in den alten Ortskern und eine Verkehrsberuhigung mittels eines Kreisels am Ortseingang aus Richtung Hertingshausen gehörten.

Der Entwurf von Steyer/Weitsch sei toll für eine weitere Dorfentwicklung, meinte Ruth Pfannstiel (CDU). Doch es gebe dringenden Handlungsbedarf in Sachen Betreuungsplätze, der DGH-Altbau müsse saniert werden. „Wir müssen uns nicht für die kostengünstigste Lösung entscheiden“, sagte sie auch. Aber wenn man 1,5 Mio. Euro mehr ausgeben wolle, müsse man sie woanders einsparen.

Man habe lange beraten, was der richtige Plan sei, betonte Günter Rudolph (SPD), der Prozess sei transparent gewesen. Er erinnerte an den Anspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz, den die Gemeinde anbieten müsse. Er sagte aber auch: „Wenn wir die Finanzierung der Mehrkosten von 1,5 Mio. Euro halbwegs hinkriegen, dann bin ich dabei.“ Er frage sich jedoch, ob die Grifter bei einer notwendigen Steuer- oder Gebührenerhöhung auch Beifall klatschen würden.

Rudolph wies weiter darauf hin, dass es für den Fest- und Bolzplatz durchaus Alternativen geben könnte, etwa auf dem Grifter Sportplatz.

Für den Plan eines Neubaus eines 7-gruppigen Kindergartens im Ortsteil Besse auf einem Grundstück oberhalb der heutigen Kita Amselnest/Mehrzweckhalle sprachen sich die Gemeindevertreter einstimmig aus. Die alte Kita Vogelnest in der Großenritter Straße soll geschlossen werden.

Quelle: HNA

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