Haushalt 2014 weist ein Defizit von 725 000 Euro aus – Situation bleibt angespannt

Kita reißt Loch in die Kasse

Gilserberg. Gilserberg muss weiterhin den Gürtel eng schnallen, die Finanzsituation habe sich weiter verschlechtert, sagte Bürgermeister Rainer Barth bei der Haushaltseinbringung am Dienstagabend. Das Defizit, das er der Gemeindevertretung im Rathaussaal als Ansatz für das Jahr 2014 nannte, liegt bei über 725 000 Euro.

Am meisten belasten die Gemeindekasse die Kita „Hochlandstrolche“ und die Abwasserkosten, sagte Barth. „Bei einer Belegung von 116 Kindern bleibt im Jahr 2014 pro Kind und Jahr ein Fehlbetrag von 3736 Euro, der aus Steuermitteln finanziert werden muss“, machte der Verwaltungschef deutlich (Defizit: 433 000 Euro). Auch bei den Abwassergebühren gebe es einen Fehlbetrag. „Bei der festgesetzten Gebühr von 3,85 Euro haben wir uns an der vom letzten Jahr orientiert“, so Barth. Neu wird in diesem Jahr die gesplittete Abwassergebühr sein, durch die der Regenwassereintrag ins Kanalnetz berechnet wird. Noch ist nicht alles klar, doch werde die neue Gebühr auch die Gemeinde zusätzlich belasten, sagte Barth.

Wenig erfreulich auch dies: Zwar wird Gilserberg voraussichtlich 365 000 Euro an Gewerbesteuern einnehmen. Das ist allerdings deutlich weniger als voriges Jahr, als der Ansatz bei 426 000 Euro lag. Geringfügig minus heißt es beim Einkommensteueranteil: Statt wie 2013 bei 1,02 Mio. Euro liegt der Ansatz bei 997 000 Euro.

Steigen wird hingegen die Kreis- und Schulumlage, von 1,42 Mio. Euro auf 1,49 Mio. Euro. Zugleich werden aber auch mehr Schlüsselzuweisungen vom Land erwartet, nämlich 1,17 Mio. Euro (2013: 1,10 Mio. Euro).

Rückkauf Baugebiet

Kosten entstehen der Gemeinde etwa durch die Sanierung eines Kanalabschnitts in der Bahnhofstraße. „Die Kanäle waren so beschädigt, dass sie jetzt saniert werden müssen“, sagte Barth. Der Rückkauf des Baugebiets „Fitzegarten“ von der Hessischen Landgesellschaft schlägt sich mit rund 180 000 Euro im Haushalt nieder. „Wir müssten erst bis 2016 zurückkaufen, machen es aber schon jetzt, weil die Zinsen so niedrig sind“, so Barth. Der Rückkauf sei nötig geworden, weil nur zwei der 18 zum Verkauf angebotenen Grundstücke seit 2006 verkauft worden waren. Insgesamt sprach Barth von einem „sparsamen Haushalt“. Er sei zwar defizitär, Gilserberg tilge aber mehr Kredite, als neue aufgenommen würden.

Beraten und abgestimmt wird über den Haushaltsentwurf voraussichtlich in der nächsten Gemeindevertretersitzung.

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Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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