Über 250 000 Euro für weitere Verbesserungen

Anerkennung für Stadtwerke: Kläranlage erzeugt Energie

Schwalmstadt. Auf dem Gelände der Kläranlage Treysa wird schon seit dem großen Umbau vor zehn Jahren durch viele kleinere Maßnahmen Strom gespart und aus Photovoltaik und Klärgas Strom und Wärme erzeugt.

Bisher wurde die gewonnenen Energie fast vollständig auf der Anlage verbraucht. Jetzt haben die Stadtwerke zusammen mit einem Darmstädter Ingenieurbüro das ausgezeichnete Konzept ausgetüftelt, um den einst größten Stromverbraucher der Stadtwerke zu einer Anlage zu machen, die mehr Strom und Wärme produziert, als sie selbst verbraucht. Dazu sollen veraltete Aggregate ersetzt und durch neuartige Anlagenteile ergänzt werden, die energieeffizienter arbeiten und gleichzeitig auch Emissionen in die Atmosphäre und ins Gewässer stärker reduzieren.

Beeindruckt zeigte sich die Jury vom Umweltbundesamt und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) davon, dass neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Stadtwerken als Kläranlagenbetreiber, Industrie als Abwassereinleiter und einem großen Unternehmen als Energieverbraucher entwickelt werden. So sollen einzelne Betriebe besonders konzentrierte Abwässer nicht mehr ins Kanalnetz einleiten, sondern intern abtrennen und direkt in den Faulturm der Kläranlage einspeisen, wo daraus Biogas erzeugt wird. Dieses energiereiche Gas soll über eine extra verlegte Leitung zur Heizzentrale des Energieverbrauchers geführt werden, um dort in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) ganzjährig Strom und Wärme für den Eigenbedarf des Abnehmers zu erzeugen. Damit werde aus Abwässern, für die Strom verbraucht wird, erneuerbare Energie. (red)

Auszeichnung in Berlin

In Berlin hat Schwalmstadts Bürgermeister Wilhelm Kröll den Förderbescheid für die Stadtwerke Schwalmstadt entgegen genommen. Die Parlamentarischen Staatssekretärin Katherina Reiche überreichte die Auszeichnung.

Wie es in einer Pressemitteilung heißt, bildete die Bundestagung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) den Rahmen, die Auszeichnung wird für besonders energieeffiziente Kläranlagen verliehen. Verbunden ist sie mit einem Investitionszuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 253 000 Euro.

Das Geld ist zweckgebunden und wird in die weitere Energieoptimierung der Kläranlage Treysa gesteckt. Insgesamt sollen dazu in den nächsten zwei Jahren 890 000 Euro investiert werden, wurde mitgeteilt.

Hintergrund: Modellcharakter für andere Städte

Das Förderprogramm soll die Markteinführung besonders innovativer und modellhafter Konzepte ermöglichen und stellt damit auch eine Würdigung der bisherigen Anstrengungen der Stadtwerke auf diesem Gebiet dar, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus

Das vorgelegte Konzept wurde unter 21 Anträgen aus dem ganzen Bundesgebiet ausgewählt. Es habe auch für andere Stadtwerke Modellcharakter, zumal die Energieoptimierung betriebswirtschaftlich rentabel ist.

Auf den DWA-Energietagen in Kassel Mitte November wird das Projekt erstmals der Fachwelt vorgestellt, heißt es in der Mitteilung weiter. (red)

Quelle: HNA

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