Klage gegen den Kreis: Gericht soll Rechtslage klären

Jesberg. Die Nachricht vom Betrug des früheren Büroleiters der Jesberger Verwaltung schlug Anfang 2008 wie eine Bombe ein. Straf- und zivilrechtlich ist der Fall nun entschieden: Der Mann wurde zu zwei Jahren Haftstrafe auf Bewährung verurteilt und muss das Geld in Raten zurückzahlen.

Der Familienvater hatte allein seit 2003 durch falsch abgerechnete Überstunden einen Schaden von 110.000 Euro bei der Gemeinde verursacht

Doch auch jetzt, nach fast vier Jahren, beschäftigt sich ein Gericht mit den Folgen des Falles. Denn die Gemeinde Jesberg will gerichtlich klären lassen, inwieweit das Rechnungsprüfungsamt des Kreises von den Betrügereien etwas hätte bemerken müssen.

„Die Frage ist, ob den Landkreis eine Mitschuld trifft“, sagt Bürgermeister Günter Schlemmer. Dazu gibt es bisher keine Präzedenzfälle.

Gegen den eigenen Landkreis Klage zu erheben sei eine „unangenehme Situation“, sagte Schlemmer, aber eine gerichtliche Klärung vor dem Landgericht sei wichtig. Wie die Sache ausgehe, könne man nicht sagen: „Wir stochern im Nebel.“ Im Januar 2012 werde es noch einen Sühnetermin geben, ergänzte der Bürgermeister. (ula)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare